«&Other Stories»: Schweizer Fashion-Victims brauchen Geduld
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«&Other Stories»Schweizer Fashion-Victims brauchen Geduld

H&M setzt auf die Frauen und eröffnet sieben &Other-Stories-Shops. Auch an der Zürcher Bahnhofstrasse soll bald einer stehen – allerdings fehlt noch die richtige Location.

von
Sabina Sturzenegger

Es klingt wie eine Offenbarung in den Ohren von Fashion-Victims: Unter dem Namen &Other Stories will die schwedische Modekette H&M im Frühling eine neue Marke lancieren. In sieben europäischen Metropolen sind Läden geplant. Dazu zählen neben Schwedens Hauptstadt Stockholm auch Barcelona, Berlin, Kopenhagen, London, Mailand und Paris. Zürich fehlt auf der Liste.

Über die Gründe darüber schweigt sich das Modehaus aus. Mit dem neuen Label wollen die Schweden ihrem härtesten Konkurrenten Inditex, der unter anderem Zara und Massimo Dutti betreibt, die Stirn bieten. In der Schweiz ist der Kampf um die modebewusste Kundschaft also vorerst hinausgeschoben worden.

Nichts für die Ansprüche von H&M

Die Chancen, dass &Other Stories dennoch nach Zürich komme, sind laut Location-Spezialist Marc-Christian Riebe aber sehr gross. Grund dafür sind die weltweit höchste Kaufkraft und das damit verbundene höchste Nettoeinkommen in der Limmatstadt. Anders gesagt: Die Zürcher haben für Shopping am meisten Geld in der Tasche. «Doch es kann noch ein paar Jahre dauern, bis H&M an der Bahnhofstrasse die richtigen Ladenflächen für &Other Stories findet», sagt Riebe.

An den bevorzugten Lagen ist nichts mehr frei, was den Ansprüchen der Schweden für die neue Frauen-Marke entspricht. «Die Location sollte an der Bahnhofstrasse oder am Anfang vom Rennweg liegen», begründet Riebe. Alles andere – von Löwenstrasse über Augustinergasse, Pelikanstrasse bis Bärengasse – habe zu wenig Frequenz.

Allgemeines Platzproblem

Das Platzproblem für Kleiderlabels ist gemäss Riebe in Zürich sehr offensichtlich: «H&M's gehobene Marke COS wie auch das US-Label Abercrombie and Fitch suchen schon lange, doch das Angebot in Zürich ist sehr beschränkt», sagt er. Möglichkeiten sieht der Fachmann insbesondere an der Löwenstrasse und in der Umgebung Uraniastrasse. «Doch im Moment stört dort noch der Verkehr.»

Er ist sicher: Wenn der Bahnhof Löwenstrasse eröffnet wird, muss die Stadt neue Wege gehen, um mehr Fussgänger-Einkaufszonen in der Innenstadt anzubieten. «Denn die Steigerung von 350'000 auf über 500'000 Menschen pro Tag verkraftet die Bahnhofstasse nicht mehr», erklärt er. Dann würden auch &Other Stories oder Abercrombie and Fitch nach Zürich kommen.

Letzte Hoffnung Internetshop

Für die Schweizer Fashionistas bleibt als Option nicht einmal der Internetshop von &Other Stories übrig: Laut H&M wird das neue Angebot zwar online in zehn europäischen Ländern verfügbar sein – die Schweiz gehört jedoch nicht dazu.

Modekönig Inditex

Mit der neuen Modekette erweitert H&M sein Repertoire, das sich derzeit auf fünf Marken und 2800 Läden beschränkt. Der spanische Mitbwerber Inditex, der nach Umsatz weltgrösste Textilkonzern, hat acht Marken unter seinem Dach, darunter Zara, und bringt es auf etwa 6000 Filialen. Bei H&M waren die Geschäfte zuletzt eher schleppend gelaufen, während Inditex gut zulegte. (sda)

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