SF-Unterhaltung: Schweizer Fernsehen - schön amüsiert?
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SF-UnterhaltungSchweizer Fernsehen - schön amüsiert?

Gabriela Amgarten gibt ihren Posten als SF-Unterhaltungschefin auf Ende Jahr ab. Welches Arbeitszeugnis stellen Sie ihr aus?

von
sda/tny
Verabschiedet sich von der Spitze der SF-Unterhaltung: Gabriela Amgarten.

Verabschiedet sich von der Spitze der SF-Unterhaltung: Gabriela Amgarten.

Gabriela Amgarten, Unterhaltungschefin des Schweizer Fernsehens, verlässt den Sender per Ende 2010. Die 48-Jährige will sich einen Traum verwirklichen und sich als Beraterin selbständig machen.

Die für Januar 2011 geplante Zusammenführung von Radio und Fernsehen sei «der ideale Zeitpunkt für eine neue berufliche Herausforderung», wird Amgarten in einer SF-Mitteilung vom Montag zitiert. Hätte sie sich zum Weitermachen entschieden, «so wäre das ein Entscheid für weitere vier bis fünf Jahre gewesen.»

Von der Moderatorin zur Chefin

Gabriela Amgarten war 1990 zu SF gestossen. Nach der Ausbildung zur Fernsehredaktorin wurde sie zunächst Moderatorin des «Sonntagsmagazins», ab 1992 bis 2000 moderierte sie die Sendung «Risiko». Zudem präsentierte sie die Sendungen «Jenseits von Leutschenbach» (1998 bis 1999), «Who is Who» (2000) und «Nostalgienächte» (2003).

Ab 1994 leitete Amgarten die Redaktion «Risiko», zwischen 2001 und 2005 war sie zunächst für den Bereich Spiele, danach für Quiz und Spiele zuständig. 2005 stieg sie zur Leiterin der Programmabteilung Unterhaltung auf und wurde Mitglied der Geschäftsleitung.

Sie verlasse das Schweizer Fernsehen auf eigenen Wunsch, heisst es in der Mitteilung weiter. Wer ihre Nachfolge antritt, ist noch nicht bekannt. Die Stelle werde im Sommer ausgeschrieben.

Diese Sendungen haben wir Amgarten zu verdanken

Laut SF-Auftrag ist Gabriela Amgarten verantwortlich für ein Unterhaltungsangebot, das alle Bevölkerungsschichten ansprechen soll. Die Palette reicht vom klassischen Quiz über den Kochwettbewerb bis zur grossen Show am Samstagabend. Unter ihrer Leitung starteten Formate wie «SF bi de Lüt», «Giacobbo / Müller», «Happy Day», «Die grössten Schweizer Hits» oder auch «Musicstar». Ebenfalls in ihre Ära fallen aber auch historische Flops, wie «Black'n'Blond» oder «Zart oder Bart?».

Als die Nachricht von Amgartens Kündigung am Montag erstmals publik wurde, äusserten sich die Leser von 20 Minuten Online im entsprechenden Talkback mehrheitlich erleichtert über den bevorstehenden Personalwechsel. So schrieb Simone Klingler stellvertretend für eine ganze Reihe von Kommentatoren: «Ich denke, Frau Amgarten hinterlässt keine Lücke. Mir kam sie überfordert für diesen Job vor. Vielleicht besteht mit ihrem Abgang die Chance, auch sonst ein bisschen den Laden aufzuräumen. Die unsäglichen Spielshows (mit Epiney + Kilchsperger), aber auch das provinzielle Servelatprominenzmagazin glanz&gloria, bei dem jede Wetterfee und jede/r Miss/Mister Schweiz gleich zum Star mutiert, könnten ersatzlos aus dem Programm genommen werden. Das ist nur eine Verschleuderung der Gebührengelder.»

Wir wollen hier einhaken und die Meinung der 20-Minuten-Leser auch in Zahlen fassen: Welche Bilanz würden Sie aus fünf Jahren Unterhaltung unter Gabriela Amgarten ziehen? Hat Sie ihren Leistungsauftrag erfüllt? Wenn ja: Mit welchen Sendungen? Und: Geben Sie ihr eine Abschlussnote. Hier geht es zum entsprechenden Rating.

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