Openairs werden nachhaltiger: Schweizer Festivals kämpfen für die Umwelt
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Openairs werden nachhaltiger Schweizer Festivals kämpfen für die Umwelt

Ob Openair St. Gallen, Paléo Festival Nyon oder Openair Frauenfeld – die Schweizer Festivals wollen nachhaltiger werden. Auch Besucher können sie dabei unterstützen.

Jahr für Jahr verbessern sich Schweizer Festivals in Sachen Nachhaltigkeit.

Jahr für Jahr verbessern sich Schweizer Festivals in Sachen Nachhaltigkeit.

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Darum gehts

Jeder kennt die Bilder: Regelmässig türmen sich im Sommer Berge von zurückgelassenen Zelten, Stühlen und sonstigem Müll auf den Openair-Geländen der Schweiz. Auch wenn klar ist, dass Grossveranstaltungen und Umweltschutz immer ein Widerspruch sein werden: In der Empörung über den Müll geht unter, dass auch die Festivals vieles tun, um nachhaltiger zu werden. Was? Das zeigt diese Auflistung von drei der grössten Openairs des Landes.

Paléo Festival Nyon

Das Paléo Festival verkaufte 2019 rund 230’000 Tageseintritte und war damit das grösste Festival der Schweiz. Trotzdem wurde der Event am Genfersee schon 2007 mit dem «Green’n’Clean Award» zertifiziert. Wie gehen Superlative und Nachhaltigkeit zusammen? Das Festival wird nur mit Ökostrom betrieben und über 5000 Freiwillige helfen Besuchenden dabei, Müll richtig zu entsorgen. Seit 2019 arbeitet es mit der App Too Good To Go zusammen. So landen unverkaufte Lebensmittel nicht im Müll, sondern in den Mündern der Musikfans.

2022 kommt am Paléo erstmals ein Mehrweg- und Abwaschgeschirrsystem zum Einsatz. «Entdeckt alle unsere vegetarischen Optionen an unseren Essensständen», antwortet die Kommunikationsverantwortliche Michèle Müller dementsprechend auf die Frage, wie Besucherinnen und Besucher das Festival unterstützen können. Und: «Lasst eure Autos zuhause und nutzt unser breites ÖV-Angebot.»

Openair Frauenfeld

Das Openair Frauenfeld ist mit 185’000 verkauften Tageseintritten im Jahr 2019 das grösste Hip-Hop-Festival Europas – und die Organisatoren von Live Nation wiederum zählen zu den grössten Musikveranstaltern der Welt. Namen wie Kendrick Lamar, Rosalía oder Lady Gaga gehören zu ihrem Repertoire. Live Nation kündigte an, bis 2030 sämtliche Festivals «Zero Waste» durchzuführen. Als erster Schritt werde bis 2021 Einwegplastik verbannt.

«Wir unterstützen diese Haltung und werden die entsprechenden Massnahmen in den nächsten Jahren umsetzen», hiess es dazu von den Organisatoren des Openair Frauenfeld. Wie der aktuelle Stand ist? Diese Frage wollten die Organisatoren nicht beantworten.

Openair St. Gallen

Trotz der 88’000 im Jahr 2019 verkauften Tageseintritte gilt das Openair St. Gallen als Vorreiter in Sachen Nachhaltigkeit: 2003 führte es die Trash Heroes ein, die das Gelände von Littering befreien sollten. Seit 2019 ist es das erste grosse Schweizer Festival, das dank Kompensationen klimaneutral ist. Und nur ein Jahr später wurde es an den European Festival Awards sogar mit dem «Green Operations Award» ausgezeichnet.

«Bringt nur mit, was ihr wirklich braucht und lasst euren Hausrat zuhause», wünscht sich die Kommunikationsverantwortliche Nora Fuchs von Besuchenden. «Reist mit dem öffentlichen Verkehr an, nutzt das Zeltdepot. Entsorgt euren Abfall in den dafür vorgesehenen Säcken und verwendet allgemein keine Einwegartikel.» Fuchs hält aber auch fest: Der Spass soll noch immer im Zentrum stehen.

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