Waldbrand-Katastrophe: Schweizer Feuerwehrfrau sammelt für Portugal
Aktualisiert

Waldbrand-KatastropheSchweizer Feuerwehrfrau sammelt für Portugal

Mehrere Leser konnten die Rauchwolke des Flammeninfernos in Portugal aus der Luft beobachten. Schweizer Feuerwehrleute sammeln derweil Spenden für die Opfer.

von
vro
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Eine gigantische Rauchwolke hängt über dem Norden Portugals.

Eine gigantische Rauchwolke hängt über dem Norden Portugals.

Leser-Reporter
Grund dafür ist ein verheerender Waldbrand, der seit Samstag, 17. Juni 2017 wütet.

Grund dafür ist ein verheerender Waldbrand, der seit Samstag, 17. Juni 2017 wütet.

Leser-Reporter
Als «eindrücklich» und «imposant» beschreiben Leser den Anblick der Wolke.

Als «eindrücklich» und «imposant» beschreiben Leser den Anblick der Wolke.

Leser-Reporter

Mindestens 62 Menschen sind beim verheerenden Waldbrand in Portugal ums Leben gekommen. Das Feuer wütet seit Samstag und ist einer der schlimmsten Waldbrände des Landes seit Jahrzehnten. Ausgelöst wurde das Feuer durch einen Blitzschlag, wie die Polizei mitteilte.

Das Ausmass des Brandes ist vom Himmel aus zu sehen. Mehrere Leser sahen aus dem Flugzeug eine gigantische Rauchwolke. Einer ist Michi Baumgartner, der am Sonntagnachmittag aus seinen Ferien von Lissabon nach Zürich zurückflog. «Der Pilot sagte plötzlich, wir sollten links aus dem Fenster schauen. Die Rauchwolke war imposant.»

Flugzeug musste Rauchwolke ausweichen

«Eindrücklich», beschreibt Leser Oliver Gisin das Bild, das sich aus dem Vueling-Flugzeug bot, als er von Zürich nach Lissabon flog. In der portugiesischen Hauptstadt sei vom Waldbrand kaum etwas zu spüren, doch die Rauchwolke, die vom Flugzeug aus zu sehen war, habe sämtliche Passagiere beeindruckt. «Ich dachte erst, es sei eine normale Wolke, aber sie war dunkler als die anderen», sagt der 23-jährige Zürcher.

Leser Marc Spring flog ebenfalls von Zürich nach Lissabon. Die Maschine musste der Rauchwolke ausweichen, schreibt er.

«Feuerwehrleute müssen in Turnschuhen zum Einsatz»

Während andere nach Portugal in die Ferien fliegen, versucht Cecilia Torres aus Bergdietikon AG von der Schweiz aus zu helfen. Die 23-jährige Portugiesin ist in der Schweiz aufgewachsen. Bereits im vergangenen Jahr hat sie während ihrer Ferien in ihrer Heimat einen Waldbrand miterlebt. «Er war etwa zwei Kilometer von unserem Haus entfernt. Ich musste damals einen Mundschutz tragen, am Strand war alles voller Asche.»

Das Bild, das sich ihr damals bot, prägte die junge Frau. «Ich musste weinen, als ich sah, wie die Feuerwehrleute tagelang gegen das Feuer kämpften und sich dabei teilweise selbst Verbrennungen zuzogen. Sie haben keine richtigen Helme oder Brandschutz-Kleider. Und sie müssen in Turnschuhen zum Einsatz. Dem Mann meiner Cousine sind die Schuhsohlen beim Einsatz weggeschmolzen», so Torres. Der Mann helfe bei den Löscharbeiten beim aktuellen Brand.

«1,80 Euro pro Stunde für einen Feuerwehrmann»

Diesen Missstand versucht sie wenigstens etwas zu beheben. Da sie selbst in der Feuerwehr aktiv ist, hat sie sich bei mehreren Stützpunkten erkundigt, ob es Spendenmaterial gebe. «Wir haben bei uns selbst Brandschutzkleider, die wir eigentlich nicht mehr brauchen.» Die Antwort von den Kollegen in der Region stehe jedoch noch aus.

Das Feuer im Norden Portugals wütet noch immer, erklärt Torres. Die Familie ihres Freundes wohne in der Nähe. «Sie sind in Alarmbereitschaft, aber nicht unmittelbar in Gefahr.» Die Feuerwehr in Portugal sei auf Spenden angewiesen. Sie ist freiwillig und hat kaum Geld zur Verfügung für eine moderne Ausrüstung. Das zeigt auch der tiefe Lohn, den die Einsatzkräfte erhalten: «Ein Feuerwehrmann verdient etwa 1,80 Euro pro Stunde», so Torres. Mit entsprechendem Ausrüstungsmaterial will sie nun zumindest für etwas mehr Sicherheit sorgen.

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