BMW Isetta: Schweizer Firma bringt Kult-Auto zurück
Aktualisiert

BMW IsettaSchweizer Firma bringt Kult-Auto zurück

Die Zürcher Trottinettfirma Micro will eine Elektro-Variante der BMW-«Knutschkugel» Isetta auf den Markt bringen. Sie soll für jedermann erschwinglich sein.

von
vb
Wim Ouboter, Gründer der Firma Micro Mobility, mit einem Modell seines geplanten Elektromobils.

Wim Ouboter, Gründer der Firma Micro Mobility, mit einem Modell seines geplanten Elektromobils.

Michele Limina

Er war eine Mischung zwischen Auto und Motorrad: Der BMW Isetta. Viel dran war am Mini-Fahrzeug nicht: Vier Räder, ein Motor und Platz für gerade einmal zwei Personen. Gebaut wurde das Rollermobil zwischen 1955 und 1962. Heute hat der Isetta Kultstatus erreicht und wird von Fans liebevoll als «Knutschkugel» bezeichnet.

Über 50 Jahre nachdem der letzte BMW Isetta produziert wurde, will eine Schweizer Firma das Kult-Auto neu erfinden. Wim Ouboter, Gründer der Zürcher Firma Micro Mobility, möchte eine Elektro-Version auf den Markt bringen. Das berichtet die «SonntagsZeitung». Micro Mobility war bisher vor allem für seine Trottinette bekannt.

Aufs Minimale reduziert

Das neue Elektro-Rollermobil hat Ouboter zusammen mit der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften (ZHAW) entwickelt. Das Fahrzeug namens Microlino soll etwa 10 Prozent grösser als der Original BMW Isetta werden, ansonsten ist auch das Elektroauto auf das Minimale reduziert: Zwei Sitze, Fronteinstieg, Schiebefenster und ein Schiebedach als Notausstieg. Der Microlino soll so klein sein, dass er nur ein Drittel eines normalen Parkplatzes beansprucht. Die Batterie wird etwa für 80 Kilometer reichen, die Höchstgeschwindigkeit beträgt 90 km/h.

Einen Prototyp gibt es noch nicht. Der erste Microlino soll frühestens im Februar nächsten Jahres zu Testzwecken auf Schweizer Strassen zu sehen sein. Effektiv auf den Markt bringen will Firmenchef Ouboter den Microlino erst im Jahr 2017 – aber nicht in der Schweiz, sondern in China. Das Fahrzeug soll für die breite Bevölkerung erschwinglich sein: Während Elektromobile für den Normalverbraucher oft zu teuer sind, wird der Preis für den Microlino bei 7000 bis 10'000 Franken festgesetzt.

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