Nagra ID: Schweizer Firma tüftelt an der Bankkarte 2.0
Aktualisiert

Nagra IDSchweizer Firma tüftelt an der Bankkarte 2.0

Spitzenvertreter der Finanzindustrie zählen Nagra ID zu den «heissesten» 50 europäischen Unternehmen. Die Neuenburger Firma entwickelt besonders sichere Bank- und Identitätskarten.

von
Arno Meili

Jedes Jahr treffen sich die Topshots aus der Finanzindustrie in London, um im Rahmen der Fintech City über zukünftige Entwicklungen der Finanzwelt zu diskutieren. Dabei wählen sie auch die «Hottest Fintech-Startups in Europe» – 50 Unternehmen, die die Finanzbranche nachhaltig verändern sollen. Auf Platz 37 rangiert das Schweizer Unternehmen Nagra ID.

Die Firma mit Sitz in Neuenburg ist Spezialistin im Bereich der Digital- und Identitätssicherheit und entwickelt Produkte für Regierungen, Banken und Unternehmen. 2011 brachte Nagra ID die weltweit modernsten und sichersten Visa-und Mastercard-Kreditkarten auf den Markt. Heute tätigen laut Manuel Villamayor, Chief Sales & Marketing Officer, Millionen von Nutzern weltweit ihre Transaktionen mit diesen Karten.

Die ID 2.0

2013 präsentierte die Firma eine neue Technologie für Identitätskarten. Mit diesen sollen Nutzer nicht nur reisen können, sondern gleichzeitig auch noch einen einfachen und sicheren Internetzugang zu Behördendiensten wie E-Voting, Dokumentserneuerungen oder Steuererklärungen erhalten. Diese IDs werden ein LCD-Display, eine Tastatur und sechs Sicherheitsstufen enthalten und mit verschiedenen Geräten wie Tablets, Computern und Smartphones genutzt werden können.

Die Zukunft von Smartcards – von Karten mit integriertem Chip, auf dem vertrauliche Daten gespeichert sind – sieht Villamayor in allen Bereichen in der Verschmelzung von möglichst vielen Diensten auf einer Karte. «Wie bei den Smartphones vor ein paar Jahren hat auch im Bereich der Smartcards eine Konvergenz eingesetzt. Das wird der Trend in den nächsten drei Jahren», so Villamayor. Neben Bank- und Identitätskarten zählen auch Badges von Unternehmen als Smartcard.

Entwicklung noch nicht abgeschlossen

Dass die zur Kudelski-Gruppe gehörende Firma zu den 50 «heissesten» europäischen Unternehmen der Zukunft gehört, macht den Marketingchef stolz. Er will sich aber nicht auf den Lorbeeren ausruhen: «Es ist unser Ziel, die weltweite Referenz für digitale Sicherheit und sichere Smartcards zu werden», sagt er zu 20 Minuten.

Das heisseste Unternehmen in der Rangliste ist die englische Firma Abundance Generation. Diese bietet ihren Kunden die Möglichkeit, bereits mit einem kleinen Betrag von 5 Pfund in Projekte für erneuerbare Energien zu investieren – mit Zinsen von 6 bis 9 Prozent. Auf Platz zwei folgt Accept E-Mail aus den Niederlanden. Die Firma entwickelt ein raffiniertes Zahlungssystem via E-Mail. Dieses ermöglicht, via Mail erhaltene Rechnungen direkt mit den gängigen Zahlungsmethoden – etwa Kreditkarte oder Paypal – zu begleichen.

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