SMI-Titel: Schweizer Firmen büssen nach Crash 14 Mrd ein
Aktualisiert

SMI-TitelSchweizer Firmen büssen nach Crash 14 Mrd ein

In der Nacht auf Dienstag erlitt der Dow Jones den grössten Einbruch seit 2008. 285 Milliarden Franken wurden vernichtet. Auch in der Schweiz kam es zu Verlusten.

von
P. Michel
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Lange Gesichter an der Wallstreet: Nach dem grössten Kurseinbruch des Dow Jones seit der Finanzkrise 2008 herrschte am Montag unter Anlegern Panik.

Lange Gesichter an der Wallstreet: Nach dem grössten Kurseinbruch des Dow Jones seit der Finanzkrise 2008 herrschte am Montag unter Anlegern Panik.

AP/Richard Drew
Zwar erholte sich die US-Börse am Dienstag bei Eröffnung wieder. Nimmt man die Werte vom Montag zum Vergleich, zeigt sich jedoch, wie viel Geld vernichtet wurde.

Zwar erholte sich die US-Börse am Dienstag bei Eröffnung wieder. Nimmt man die Werte vom Montag zum Vergleich, zeigt sich jedoch, wie viel Geld vernichtet wurde.

AP/Richard Drew
Die Firmen des Dow-Jones-Index, der die 30 wichtigsten US-Unternehmen wie etwa Apple oder Coca-Cola umfasst, waren am Dienstag nach dem Kurseinbruch ganze 285 Milliarden Franken weniger wert.

Die Firmen des Dow-Jones-Index, der die 30 wichtigsten US-Unternehmen wie etwa Apple oder Coca-Cola umfasst, waren am Dienstag nach dem Kurseinbruch ganze 285 Milliarden Franken weniger wert.

AP/Richard Drew

Der Absturz der US-Börse sorgte weltweit für Panik: Nicht nur der Dow Jones erlitt am Montag mit 4,6 Prozent seinen grössten Kurseinbruch seit der Finanzkrise 2008, die Ängste der Anleger führten auch auf dem asiatischen Markt zu Hektik und fallenden Kursen. Auch die Schweizer Börse ist betroffen: Sie schloss am Dienstagabend mit einem Minus von 2,9 Prozent.

Innert eines Tages vernichtete der Crash gestern weltweit astronomische Summen. Ein Blick auf die führenden Leitindizes der Aktienmärkte zeigt, wie viel Börsenwert sich in Luft aufgelöst hat. Die Firmen des Dow-Jones-Index, der die 30 wichtigsten US-Unternehmen wie etwa Apple oder Coca-Cola umfasst, waren am Dienstag nach dem Kurseinbruch ganze 285 Milliarden Franken weniger wert. Das entspricht grob geschätzt den gesamten Bargeldreserven des Apple-Konzerns oder dem Bruttoinlandprodukt von Finnland.

Die grössten 500 US-Unternehmen verloren 1 Billion Franken

Betrachtet man den Index S&P 500, der die grössten US-Unternehmen abbildet, beträgt der Wertverlust gar mehr als eine Billion Franken. Das ist mehr als die gesamte Wirtschaftsleistung der Schweiz in einem Jahr. Der Crash in den USA war aber von kurzer Dauer: Nach dem Minus von 4,6 Prozent am Montag erholte sich der Index im Verlauf des Dienstagabends wieder.

An der Schweizer Börse lösten sich 14 Milliarden in Luft auf

Auch an der Schweizer Börse wurden innert eines Tages Milliarden vernichtet. Die Aktien der Unternehmen im Swiss Market Index SMI, der 20 Firmen, darunter Nestlé, Novartis, aber auch die Swisscom umfasst, verloren insgesamt 14,4 Milliarden Franken. Allein der Börsenwert des Pharmariesen Novartis brach um mehr als zwei Milliarden Franken ein.

Beim deutschen Aktienindex (DAX), in dem Firmen wie Siemens oder Adidas gelistet sind, betrug die Wertvernichtung im Vergleich zum Vortag gestern 40,4 Milliarden Franken. Das ist mehr als der Gesamtwert des Adidas-Konzerns an der Börse. Der grösste Verlierer war mit einem Einbruch von über drei Milliarden Franken der Versicherer Allianz.

Trotz dieser gigantisch anmutenden Summen geben Ökonomen Entwarnung. «Auch wenn die absoluten Zahlen der vernichteten Börsenwerte dem Laien gigantisch erscheinen mögen, darf nicht vergessen werden, dass in den letzten Jahren durch die anhaltende und in den letzten Monaten gar beschleunigte Börsenhausse ein Zigfaches an Börsenkapitalisierung geschaffen wurde», sagt UBS-Ökonom Daniel Kalt zu 20 Minuten.

Ökonom: «Luft aus dem Ballon ablassen ist gesund»

Wenn nun aus diesem «Ballon» etwas Luft abgelassen werde, sei das nicht dramatisch, sondern im Gegenteil sogar gesund. «Zumindest solange die fallenden Börsenwerte sich nicht auf die Realwirtschaft – konkret auf das Konsumverhalten der Konsumenten und das Investitions- und Einstellungsverhalten der Firmen – niederschlägt.» Da die Weltwirtschaft brumme und auf allen Zylindern laufe, gehe er derzeit nicht davon aus, dass die aktuelle Börsenkorrektur sich spürbar auf die Weltwirtschaft auswirken werde, sagt Kalt.

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