Wissenslücken: Schweizer Firmen fehlt es an digitalem Know-how
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WissenslückenSchweizer Firmen fehlt es an digitalem Know-how

Die Digitalisierung krempelt die Schweizer Wirtschaft um. Eine neue Studie zeigt nun: Viele Unternehmen sind darauf nur ungenügend vorbereitet.

von
kwo
Eine neue Studie kommt zum Schluss, dass es mehr als der Hälfte der Unternehmen in der Schweiz an digitalem Know-how mangelt.

Eine neue Studie kommt zum Schluss, dass es mehr als der Hälfte der Unternehmen in der Schweiz an digitalem Know-how mangelt.

Über 50 Prozent der Unternehmen sind digitale Dinosaurier. Das heisst, dass ihnen wichtiges digitales Know-how sowohl auf Führungs- als auch auf Mitarbeiterstufe fehlt. Das digitale Kundenerlebnis ist zu schwach ausgeprägt. Zu diesem Schluss kommt ein Student der Hochschule für Wirtschaft Zürich (HWZ) im Rahmen seiner Masterarbeit. Nur 26 Prozent der Firmen erhalten in der Studie das Prädikat «digitale Master», das heisst, sie befinden sich auf dem aktuellen Stand der Technik.

Umgekehrt sind sich 74 Prozent der Unternehmen bewusst, dass die Digitalisierung in den nächsten Jahren grosse Auswirkungen auf ihre Branche haben wird. Für die Hälfte der Schweizer Unternehmen werde diese bis 2017 erfolgskritisch. Bis ins Jahr 2020 soll dieser Wert sogar auf 73 Prozent steigen.

Fehlende finanzielle Ressourcen

Am meisten Probleme bereitet die digitale Transformation ihres Geschäfts den Schweizer Unternehmen aufgrund von Einschränkungen im IT-System, fehlenden finanziellen Ressourcen und mangelndem Know-how auf der Führungsetage. «Ein Umdenken ist dringend notwendig, da sich der digitalen Entwicklung keine Branche entziehen kann. Ein sinnvoller Einsatz digitaler Möglichkeiten kann die Kundenbindung massgeblich erhöhen und führt meist zu einer Effizienzsteigerung in allen Bereichen», hält Manuel P. Nappo, Leiter des Center for Digital Business an der HWZ, fest.

Als wegweisende Technologien erkennt die Studie «Digital Security» sowie die Bereiche «Mobile», «Big Data», «Social Media» und «Cloud Computing». Als wichtigste Beweggründe für Unternehmen, die digitale Transformation zu vollziehen, werden Produkt- und Dienstleistungserweiterungen, ein verbessertes Kundenerlebnis und die Steigerung der Produktivität aufgeführt.

Auch Cyberkriminalität ein Problem

Passend zu den Resultaten der HWZ-Studie präsentierte das Beratungsunternehmens KPMG Zahlen, die zeigen, dass den Schweizer Unternehmen im letzten Jahr ein Schaden von rund 200 Millionen Franken durch Internetkriminalität entstanden ist. Ihre Abwehrsysteme gegen Cyberkriminalität seien nicht auf dem neusten Stand. Auch hier besteht bei den Schweizer Firmen Nachholbedarf.

Für die HWZ-Studie wurden insgesamt 463 Personen befragt. Sie arbeiten alle bei Schweizer Unternehmen, 62 Prozent in einer Kaderfunktion, 33 Prozent als normale Angestellte. Fünf Prozent sind selbstständig. Drei Viertel der Befragten sind Männer, ein Viertel Frauen.

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