Drohende US-Sanktionen: Schweizer Firmen schliessen Büros im Iran
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Drohende US-SanktionenSchweizer Firmen schliessen Büros im Iran

US-Präsident Donald Trump ist aus dem Iran-Abkommen ausgestiegen und hat Wirtschaftssanktionen gegen das Land verhängt. Das hat auch Folgen für Schweizer Unternehmen.

von
bee
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Schweizer Firmen planen ihren Rückzug aus dem Iran. Dazu gehören nebst Pharma-Riese Novartis...

Schweizer Firmen planen ihren Rückzug aus dem Iran. Dazu gehören nebst Pharma-Riese Novartis...

Keystone/Georgios Kefalas
... Konkurrent Roche...

... Konkurrent Roche...

Keystone/Georgios Kefalas
... der Energiekonzern ABB...

... der Energiekonzern ABB...

Keystone/Walter Bieri

Wegen drohender US-Sanktionen gegen den Iran ist das Geschäft in dem Land am Golf für Schweizer Unternehmen vorerst am Ende. Schweizer Firmen im Iran würden seit der Ankündigung am 8. Mai keine neuen Aufträge mehr annehmen, berichten der «SonntagsBlick» und die «NZZ am Sonntag».

Einige hätten bereits Massnahmen eingeleitet, um ihre Büros im Iran zu schliessen, sagte der Präsident der Iran-Switzerland Chamber of Commerce (ISCC), Sharif Nezam-Mafi, nach einem Treffen in Teheran. Bei den Anwesenden handelte es sich um Grössen wie ABB, Bühler, Novartis, Roche, Stadler Rail, Swisslog sowie die Genfer Grosskonzerne SGS und MSC.

EU plant Abwehrgesetz

Laut «Le Matin Dimanche» sind etwa Rohstoffhändler mit Niederlassungen in Genf wie die dänische Reederei Maersk Tanker und die britische Vitol-Gruppe betroffen. Welche Firma welche Massnahmen trifft, ist nicht bekannt.

Letzte Hoffnung im Kampf gegen die Sanktionen scheint den Zeitungen zufolge das geplante EU-Abwehrgesetz zu sein, das sogenannte Blocking Statute, das es europäischen Unternehmen gesetzlich untersagen würde, die ab August drohenden US-Sanktionen gegen Iran zu befolgen. Gemäss einem Sprecher der EU-Kommission wäre es möglich, dass die Schweiz die Massnahmen übernehme. Einen Entscheid der Eidgenossenschaft dazu gibt es noch nicht.

Neue US-Strategie

US-Aussenminister Mike Pompeo will nach dem Ausstieg der USA aus dem internationalen Atomabkommen am Montag die neue Iran-Strategie der Regierung vorstellen. Die USA wollen eine internationale «Koalition» gegen die iranische Regierung schmieden. Pompeo stellt die Pläne bei einer Veranstaltung der konservativen Denkfabrik Heritage Foundation vor. Es ist seine erste grosse Rede seit seinem Amtsantritt im April.

US-Präsident Donald Trump hatte am 8. Mai den Ausstieg seines Landes aus dem Atomabkommen und die Wiedereinsetzung der Wirtschaftssanktionen gegen den Iran verkündet. Trump fordert ein neues, umfassenderes Abkommen mit Teheran. Die EU will an dem bestehenden Abkommen festhalten.

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