Tinder: Schweizer flirten wie die Olympia-Athleten
Aktualisiert

TinderSchweizer flirten wie die Olympia-Athleten

Bei den Winterspielen in Sotschi bandeln Olympioniken über die Dating-App Tinder mit anderen Sportlern an. Die Tinder-Welle ist auch in der Schweiz angekommen.

von
sts

Die Teilnehmer der olympischen Winterspiele in Sotschi flirten fleissig über die Dating-App Tinder. Die US-Snowboarderin Jamie Anderson gestand gegenüber dem Magazin «US Weekly», dass sie und auch andere Olympioniken davon Gebrauch machen. «Tinder ist im olympischen Dorf der nächste Level», so die 23-Jährige.

Wie die Sportler machen es täglich zwei Millionen Menschen. Jeden Tag werden auf Tinder 350 Millionen Profile anderer Flirtwilliger angeschaut und in die Kategorien «Like» oder «Nope» eingeteilt. Die im September 2012 in Kalifornien veröffentlichte Anwendung erfreut sich vor allem im angelsächsischen Raum grosser Beliebtheit. Die exakten Nutzerzahlen wollen die Gründer Sean Rad und Justin Mateen nicht verraten. Jeden Tag sollen aber 10'000 bis 20'000 neue User dazukommen. Letztes Jahr ist die Tinder-Welle nach Europa übergeschwappt.

Tinder ist kostenlos für iPhone und Android-Smartphones erhältlich. Um sich auf den virtuellen Dating-Markt zu begeben, muss man über ein Facebook-Profil verfügen. Das Profilbild wird auch gleich als Anzeigebild für Tinder verwendet. Zusätzlich zum Profilbild aus dem Zuckerberg-Netzwerk werden weitere Fotos aus dem sozialen Medium hochgeladen. Die Porträts oder Ganzkörperaufnahmen können in einem zweiten Schritt manuell angepasst werden. So sollen sich die App-Nutzer einen besseren Eindruck von potenziellen Partnern machen können. Die eigenen Bilder kann man allerdings nur aus seinem Facebook-Konto auswählen, nicht aber direkt aus der Galerie auf dem Smartphone.

Grossteil der Nutzer ist jünger als 24

Angezeigt wird den Profil-Betrachtern der richtige Vorname und das Alter. Ausserdem werden gemeinsame Interessen oder Facebook-Freunde der zu Verkuppelnden angegeben. Es kann zudem eingestellt werden, in welchem Radius nach Flirtpartnern gesucht werden soll, welche Altersspanne in Frage kommt und natürlich welches Geschlecht er haben soll. An dieser Stelle muss noch angemerkt werden, dass sich die App vor allem bei jungen Erwachsenen grosser Beliebtheit erfreut: 54 Prozent der Nutzer sind zwischen 18 und 24 Jahren alt.

Besonders für Schüchterne ist die App gut geeignet, kann man doch jemanden «liken», ohne dass der Adressat das mitbekommt. Wird das Interesse nicht erwidert, erfährt ausser dem Verschmähten niemand von der Abfuhr. Anschreiben kann man andere User nur, wenn ein sogenanntes «Match» zustande gekommen ist. Es müssen sich für einen ersten Kontakt also beide positiv bewertet haben. Somit wird eine unnötige Nachrichtenflut vermieden.

Reale Treffen sind nach dem Kennenlernen mithilfe der kalifornischen App relativ selten: Nur 20 Prozent der Nutzer verabreden sich tatsächlich mit einem ihrer Gesprächspartner. Bei herkömmlichen Dating-Webseiten sind es knapp zwei Drittel.

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