Folklore: Schweizer Flüchtlinge jodeln im deutschen TV

Aktualisiert

FolkloreSchweizer Flüchtlinge jodeln im deutschen TV

Der örtliche Jodelclub wollte sie nicht – deshalb brachten sich Flüchtlinge in Winterthur den Gesang selber bei. Der deutschen ARD ist das einen Bericht wert.

von
jbu
Elisabeth Buser (links) und Justine Syaminyaviwe (rechts) haben einen Jodelchor auf die Beine gestellt und es damit ins deutsche Fernsehen geschafft.

Elisabeth Buser (links) und Justine Syaminyaviwe (rechts) haben einen Jodelchor auf die Beine gestellt und es damit ins deutsche Fernsehen geschafft.

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Es sei für sie wie Meditation, sagt Syaminyaviwe über das Jodeln. «Ich fühle mich dabei innerlich sehr wohl.» Die Asylsuchende aus dem Kongo hat in Winterthur in Eigeninitiative ein kleines Jodlergrüppchen gegründet. Am Tag vor Weihnachten widmete das Erste Deutsche Fernsehen dem Projekt in der Sendung «ARD-Buffet» einen eigenen Beitrag. Unterstützung erhält Syaminyaviwe von der Schweizerin Elisabeth Buser, die jedoch betont, die Freude am Jodeln erst durch ihre kongolesische Freundin entdeckt zu haben.

Eigentlich wollte sich Justine Syaminyaviwe einem offiziellen Jodlerchor anschliessen. Dort sei sie jedoch «nicht sehr willkommen gewesen», erzählt Freundin Elisabeth, «vermutlich wegen ihrer Farbe, weil sie keine traditionelle Schweizerin ist». Inzwischen sind weitere Frauen zur autodidaktischen Jodelgruppe gestossen, der Chor hatte sogar schon Auftritte. Die Leute seien jeweils sehr berührt, sagt Buser: «Die Leute erwarten nicht unbedingt, dass wir jodeln, sondern vielleicht eher einen Gospel.» Schon öfter hätten Leute Tränen in den Augen gehabt, als sie dann die folkloristischen Klänge gehört hätten.

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