Die Piccards: Schweizer Forscher-Clan
Aktualisiert

Die PiccardsSchweizer Forscher-Clan

Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm. Das beweisen die Männer der Familie Piccard. Seit drei Generationen forschen sie – in der Luft sowie zu Wasser.

von
Fee Riebeling

Den Anfang machte Auguste Piccard (1884–1962): Heute vor 80 Jahren starteten der Physiker und sein Assistent Paul Kipfer mit einem selbst konstruierten Stratosphärenballon gen Himmel. Statt eines offenen Korbes war daran eine geschlossene kugelförmige Aluminiumgondel befestigt. Darin konnte der Luftdruck konstant gehalten werden und die Himmelsstürmer wurden mit Sauerstoff versorgt. Mit dieser Spezialkonstruktion stiegen die beiden in eine Höhe von 15 781 Metern auf. Rekord! So hoch fliegen heute nicht mal Langstreckenflugzeuge. Piccard und Kipfer waren die ersten Menschen, die die Krümmung der Erde mit eigenen Augen gesehen haben.

Zum tiefsten Punkt der Ozeane

Jacques Piccard (1922–2008) studierte zunächst Wirtschafts- und Geschichtswissenschaften, infizierte sich aber ebenfalls mit dem Abenteurer-Virus. Nach dem Abschluss erforschte er die Tiefsee. Mit einem U-Boot, das er gemeinsam mit seinem Vater konstruiert hatte, erlangte er im Jahre 1960 Weltruhm: An Bord der Trieste tauchte er ­zusammen mit dem US-Marineoffizier Don Walsh 10 916 Meter bis auf den Grund des Marianengrabens im Pazifischen Ozean – dem tiefsten Punkt der Weltmeere. Den Pionieren zu Ehren wurde die Stelle Trieste-Tief benannt. Danach machte sich Jacques Piccard in vielen Seen – auch in der Schweiz – als Forscher einen Namen.

Pionier der Lüfte

Auch Jacques Piccards Sohn Bertrand (geboren 1958) steht seinem Vater und Grossvater in nichts nach. 1999 umrundete der studierte Psychiater gemeinsam mit Brian Jones in einem Ballon die Erde. Bei der Breitling Orbiter handelte es sich um eine Kombination aus Heissluft- und Gasballon. Die tollkühnen Flieger starteten in Château-d'Œx im Kanton Waadt, um nach 19 Tagen, 21 Stunden und 55 Minuten und rund 46 000 Kilometern in der arabischen Wüste zu landen. Damit hatten sie den längsten Flug der Luftfahrtgeschichte verwirklicht – sowohl was die Dauer als auch die Entfernung betrifft.

Piccards neustes Projekt heisst Solar Impulse. Mit dem Solar-Flugzeug will er zeigen, wie ergiebig Sonnenenergie sein kann. Ziel ist: allein mit der Kraft der Sonne die Welt zu umrunden.

Wettbewerb

«Solar Impulse. HB-SIA», Edition Favre, 176 Seiten, 49.90 Franken.

SACHBUCH. Die Abhängigkeit von fossiler Energie kann durchbrochen werden. Das möchte Betrand Piccard am Beispiel des Solar Impulse zeigen. Das Buch «Solar Impulse. HB-SIA» zeichnet die Geschichte des Ausnahmeflugzeugs nach.

«Wissen in 20 Minuten» verlost zehn

Exemplare. Wer gewinnen möchte, sendet ein E-Mail mit Name und Adresse und dem Betreff PICCARD an win@scitec-media.ch. Einsendeschluss ist Dienstag, 31. Mai.

«Wissen»

in 20 Minuten wird unterstützt durch die GEBERT RÜF STIFTUNG und die Stiftung Mercator Schweiz.

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