«Ich gebe 1000 Franken» - Schweizer Forscher will Impf-Zögerer mit Geld überzeugen

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«Ich gebe 1000 Franken»Schweizer Forscher will Impf-Zögerer mit Geld überzeugen

Ein Zürcher Forscher will Personen Geld geben, wenn sie andere Menschen von der Corona-Impfung überzeugen. Bei den Verfassungsfreunden kommt das schlecht an.

von
Noah Knüsel
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In der Schweiz ist rund die Hälfte der Bevölkerung geimpft. Neuropathologe Adriano Aguzzi will die Impfquote erhöhen. 

In der Schweiz ist rund die Hälfte der Bevölkerung geimpft. Neuropathologe Adriano Aguzzi will die Impfquote erhöhen.

20min/Celia Nogler
Auf Twitter bietet er an, insgesamt 1000 Franken an Personen zu zahlen, die andere von der Corona-Impfung überzeugen.

Auf Twitter bietet er an, insgesamt 1000 Franken an Personen zu zahlen, die andere von der Corona-Impfung überzeugen.

Screenshot Twitter
Er wolle neun andere Spender oder Spenderinnen finden, damit insgesamt 10'000 Franken zusammenkommen: «Diese werden dann in Raten von je 20 Franken an alle ausbezahlt, die eine zögernde Person vom Impfen überzeugen», schreibt Aguzzi weiter.

Er wolle neun andere Spender oder Spenderinnen finden, damit insgesamt 10'000 Franken zusammenkommen: «Diese werden dann in Raten von je 20 Franken an alle ausbezahlt, die eine zögernde Person vom Impfen überzeugen», schreibt Aguzzi weiter.

20min/Celia Nogler

Darum gehts:

  • Der Neuropathologe Adriano Aguzzi will die Impfquote erhöhen.

  • Dafür will er Personen, die andere vom Impfen überzeugen, 20 Franken zahlen.

  • Insgesamt 1000 Franken will er spenden.

  • Bei den «Freunden der Verfassung» kommt das gar nicht gut an.

Rund die Hälfte der Schweizer Bevölkerung ist vollständig gegen Corona geimpft. Für den Zürcher Neuropathologen Adriano Aguzzi ist das zu wenig: Auf Twitter bietet er an, insgesamt 1000 Franken an Personen zu zahlen, die andere von der Corona-Impfung überzeugen.

Er wolle neun andere Spenderinnen oder Spender finden, damit insgesamt 10'000 Franken zusammenkämen: «Diese werden dann in Raten von je 20 Franken an alle ausbezahlt, die eine zögernde Person vom Impfen überzeugen», schreibt Aguzzi weiter. Mit den 10'000 Franken könnten 500 solche Impf-Provisionen ausbezahlt werden.

Verfassungsfreunde halten nichts vom Vorschlag

Auf Anfrage von 20 Minuten heisst es von seinem Arbeitgeber, dem Universitätsspital Zürich, Aguzzi habe mit seinem Tweet auf die Wichtigkeit des Impfens hinweisen wollen. Weiter wolle er sich nicht äussern. Man betont aber, dass der Forscher den Tweet von seinem privaten Account aus abgesetzt habe.

Michael Bubendorf vom Verein «Freunde der Verfassung» hält nichts von Aguzzis Vorschlag: «Wir stehen für Menschen, die sich nicht aufgrund von Zwanziger-Nötli, Kuchen oder Bratwurst zu einer medizinischen Intervention entscheiden.»

Wichtiger sei die Abwägung der Vor- und Nachteile einer Behandlung, so Bubendorf: Die Impfung könne langfristige Folgen haben, die den kurzfristigen Nutzen eines finanziellen Zustupfs übersteigen.

Hast du oder hat jemand, den du kennst, Mühe mit der Coronazeit?

Hier findest du Hilfe:

BAG-Infoline Coronavirus, Tel. 058 463 00 00

BAG-Infoline Covid-19-Impfung, Tel. 058 377 88 92

Dureschnufe.ch, Plattform für psychische Gesundheit rund um Corona

Safezone.ch, anonyme Onlineberatung bei Suchtfragen

Branchenhilfe.ch, Ratgeber für betroffene Wirtschaftszweige

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

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