Sicherheitsstudie: Schweizer fürchten sich vor Cyber-Angriffen
Aktualisiert

SicherheitsstudieSchweizer fürchten sich vor Cyber-Angriffen

Die Schweizer Bevölkerung hält Hackerattacken für die grösste Bedrohung. Auch die Migration macht den Schweizern Sorgen.

Cyber-Angriffe machen der Schweizern Bevölkerung Sorgen.

Cyber-Angriffe machen der Schweizern Bevölkerung Sorgen.

Die Schweizer Bevölkerung hat eine positive Einstellung zur Armee - deutlich positiver als in früheren Jahren. Zu diesem Schluss kommt die Studie «Sicherheit 2014» der ETH Zürich.

Bedroht sieht sich die Schweizer Bevölkerung aber nur in geringem Masse. Die Resultate der diesjährigen Studie zeigten, dass sie sich weiterhin sehr sicher fühle und zuversichtlich in die Zukunft schaue, schreiben die Verfasser.

Für relativ wahrscheinlich halten die Schweizerinnen und Schweizer eine Bedrohung durch einen Cyber-Angriff. Dahinter rangieren die Bedrohung durch Verbrechen, organisierte Kriminalität und Migration. Bei der Einschätzung der Bedrohung durch Migration vermuten die Autoren einen Einfluss des Abstimmungskampfes über die Masseneinwanderungsinitiative.

In einer Umfrage von 20 Minuten sahen die Teilnehmer die Arbeit der Armee ebenfalls nicht nur in der militärischen Verteidigung des Landes. 77 Prozent der Befragten geben an, dass die Armee bei Überschwemmungen oder Erdrutschen zum Einsatz kommen soll. Die klassische Landesverteidigung sehen noch 64 Prozent als zentrale Aufgabe der Armee, die Unterstützung der zivilen Behörden und Luftpolizeidienste je 50 Prozent. Nur rund ein Drittel will die Soldaten für Friedenseinsätze ins Ausland schicken.

Möglichst unabhängig bleiben

Wieder stärker gefordert werden in diesem Jahr laut der Studie sowohl eine wirtschaftliche und politische als auch eine verteidigungspolitische Autonomie. Vier von fünf Befragten sind der Ansicht, dass die Schweiz wirtschaftlich und politisch möglichst unabhängig von anderen Staaten bleiben sollte.

Einen Beitritt zur EU befürworten wie im Vorjahr lediglich 17 Prozent. 34 Prozent wünschen sich eine politische Annäherung an die EU, 2 Prozent weniger als im Vorjahr. Breit akzeptiert wird dagegen eine wirtschaftliche Annäherung an die EU: 81 Prozent möchten, dass die Schweiz die wirtschaftliche Zusammenarbeit mit der EU verstärkt, ein Prozent mehr als im Vorjahr.

Militärische Autonomie

Die militärische Autonomie ist umstrittener, wird aber stärker gefordert als in früheren Jahren: 52 Prozent sind der Meinung, dass sich die Schweiz nur auf ihre eigene Landesverteidigung verlassen sollte. 70 Prozent wünschen eine intensivere Vermittlung der Schweiz bei Konflikten.

Die jährlich erscheinenden Sicherheitsstudien erstellt die Militärakademie an der ETH Zürich in Zusammenarbeit mit dem Center for Security Studies der ETH. Sie stützen sich auf repräsentative Befragungen der Stimmbevölkerung. Die diesjährige Datenerhebung fand im Januar bei 1200 Stimmberechtigten in allen drei Sprachregionen durch das Meinungsforschungsinstitut ISOPUBLIC statt. (sda)

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