Studie zur Sicherheit: Schweizer fürchten Trump, China und die Russen
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Studie zur SicherheitSchweizer fürchten Trump, China und die Russen

Schweizer fühlen sich zwar sicher – aber die weltpolitische Lage macht ihnen Sorgen. Darum geniesst die Armee Zustimmung. Ausser bei den unter 30-Jährigen.

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mat
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Welche Aussen-, Sicherheits- und Verteidigungspolitik wünscht sich die Stimmbevölkerung? Wie sicher fühlt sie sich? Eine jährlich von der ETH Zürich durchgeführte repräsentative Telefonbefragung liefert die Antworten. Die Erhebung wird seit 1999 durchgeführt.

Welche Aussen-, Sicherheits- und Verteidigungspolitik wünscht sich die Stimmbevölkerung? Wie sicher fühlt sie sich? Eine jährlich von der ETH Zürich durchgeführte repräsentative Telefonbefragung liefert die Antworten. Die Erhebung wird seit 1999 durchgeführt.

Keystone/Marcel Bieri
Gemäss Umfrage fühlen sich 95% der Schweizer im Allgemeinen sicher.

Gemäss Umfrage fühlen sich 95% der Schweizer im Allgemeinen sicher.

Keystone/Alexandra wey
73% der Befragten sehen die Entwicklung der weltpolitischen Lage in den kommenden fünf Jahren jedoch eher oder sehr pessimistisch.

73% der Befragten sehen die Entwicklung der weltpolitischen Lage in den kommenden fünf Jahren jedoch eher oder sehr pessimistisch.

AP/Evan Vucci

Welche Aussen-, Sicherheits- und Verteidigungspolitik wünscht sich die Stimmbevölkerung? Wie sicher fühlt sie sich? Eine jährlich von der ETH Zürich durchgeführte repräsentative Telefonbefragung liefert die Antworten. Die Erhebung wird seit 1999 durchgeführt.

Sicherheitsempfinden

95% der Schweizer fühlen sich sicher. Die Frage «Ganz allgemein gesprochen, wie sicher fühlen Sie sich in unserer heutigen Zeit?» wurde von 61% mit «eher sicher» und von 34% mit «sehr sicher» beantwortet. Die übrigen 5% gaben «eher unsicher» als Antwort. Die Option «ganz unsicher» wurde erstmals in der 24-jährigen Geschichte der Studie nicht gewählt.

Neutralität

Einen Spitzenwert verzeichnet auch die Zustimmung zur Neutralität. 96% Prozent gaben an, dass die Schweiz ihre Neutralität behalten solle. 49% wünschen sich dennoch, dass die Schweiz bei politischen Konflikten im Ausland eine klare Stellung beziehe. 15 % wünscht sich eine Stellung für die eine oder andere Seite bei militärischen Konflikten.

EU

Nur 15 % der Befragten wünschen sich einen vorbehaltlosen Beitritt zur EU, so wenig wie noch nie in der Geschichte der Umfrage. Zugleich wünschen 82% eine verstärkte wirtschaftliche Zusammenarbeit mit der EU.

Weltpolitische Lage

73% der Befragten sehen die Entwicklung der weltpolitischen Lage in den kommenden fünf Jahren eher oder sehr pessimistisch. Dabei bereiten die Grossmächte USA, China und Russland die grössten Sorgen. Die USA schwimmen klar obenauf. Auffallend oft werde US-Präsident Donald Trump namentlich genannt, schreiben die Autoren. Als besonders vertrauenswürdig empfindet der Schweizer die Staaten Österreich, Deutschland und Grossbritannien.

Notwendigkeit der Armee

Seit 2014 gewinnt die Schweizer Armee an Zustimmung in der Bevölkerung. Dieser Trend setzt sich auch 2019 fort: 79% erachten das Schweizer Militär als notwendig. Auffällig ist dagegen der Einbruch des Wertes bei den 18-29-Jährigen: Vom Vorjahreswert 79% sackte die Befürwortung der Armee auf 66 Prozent ab. Die Studie spricht von einem «signifikanten» Einbruch, weist aber darauf hin, dass der Wert noch immer über dem langjährigen Durchschnitt liege.

Allgemeine Wehrpflicht

37% der Befragten möchten die allgemeine Wehrpflicht aufheben und den Militärdienst Freiwilligen überlassen. Interessanterweise erfährt die Armee dennoch von den Männern mehr Zustimmung: Insgesamt befürworten 85% der Männer die Armee, während der Wert bei den Frauen nur bei 75% liegt.

Medien

Auf einer Skala von 1 («überhaupt kein Vertrauen») bis 10 («volles Vertrauen») erzielen die Schweizer Medien einen Wert von 5,8. Es ist der höchste Wert seit der Einführung dieser Frage im Jahr 2000.

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