Aktualisiert 18.03.2015 13:55

Blühende Szene

Schweizer Games gewinnen weltweit Awards

Internationale Awards und so viele Nominationen für Verleihungen wie nie zuvor: Games aus Schweizer Studios feiern Höhenflüge. Woran liegt es?

von
Jan Graber
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Blühende Schweizer Game-Entwicklerszene: Das Spiel «Merge» von Dominik Haas und Martina Hugentobler war für den Indie Prize an der Casual Connect in Amsterdam nominiert.

Blühende Schweizer Game-Entwicklerszene: Das Spiel «Merge» von Dominik Haas und Martina Hugentobler war für den Indie Prize an der Casual Connect in Amsterdam nominiert.

Überflieger: «First Strike» von Blindflug erhielt in Amsterdam den Indie-Prize-Award «Best Mobile Game».

Überflieger: «First Strike» von Blindflug erhielt in Amsterdam den Indie-Prize-Award «Best Mobile Game».

Blindflug befindet sich derzeit generell in einem Höhenrausch: Das neue Spiel «Rogallo» hat an der Ausstellung GDC Play an der Game Developers Conference die Auszeichnung «Best in Play» erhalten, ebenso wie...

Blindflug befindet sich derzeit generell in einem Höhenrausch: Das neue Spiel «Rogallo» hat an der Ausstellung GDC Play an der Game Developers Conference die Auszeichnung «Best in Play» erhalten, ebenso wie...

Das Jahr hätte für die Schweizer Game-Entwickler nicht besser beginnen können: Weltweit sind derzeit mehrere Spiele für Awards nominiert – sofern sie sie nicht schon gewonnen haben. Begonnen hatte der Award-Segen letzten Dezember: Das Team Schlicht gewann mit dem gleichnamigen Game den Blue-Byte-Newcomer-Award von Ubisoft und kann das Spiel noch in diesem Jahr im Hauptquartier des Publishing-Riesen in Paris vorstellen.

Das Awardglück winkte auch in Amsterdam: Fünf Spiele waren für den European-Indie-Prize im Rahmen der Casualgame-Messe Casual Connect nominiert, ein Schweizer Game sahnte ab: «First Strike» des Zürcher Studios Blindflug gewann den Award als «Best Mobile Game». An der Game-Developers-Conference in San Francisco könnte der Preisregen weitergehen: Das Indiespiel «Plug & Play» der Ausnahme-Entwickler Mario von Rickenbach, Michael Frei und Etter Studio («Drei») ist für den Nuovo-Award des Independent-Game-Festivals-Award nominiert. Zudem haben die Spiele «Rogallo» (Blindflug) und «Feist» (Florian Faller und Adrian Stutz) das «GDC Best in Play»-Label erhalten. An der parallel stattfindenden Game Connection sollen ebenfalls drei bis vier Schweizer Games nominiert sein.

«Hottest ticket» am Filmfestival

Damit nicht genug: «First Strike» ist auch für den International Mobile Gaming Award (Imga) in der Kategorie «Best Meaningful Play» nominiert. Ebenso ist das Erdgeschichtsspiel «Mikma» von Nadezda Suvorova («Oko») für die Kategorie «Best Upcoming Game» des Imga-Awards aufgestellt.

Eine einheimische Entwicklung stahl zudem am Sundance-Film-Festival Stars wie Nicole Kidman und Keanu Reeves die Show: Der an der Zücher Hochschule der Künste entwickelte Vogelflugsimulator «Birdly» wurde vom Fachmagazin PC World als «Hottest Ticket» (deutsch: heisseste Attraktion) des Filmfestivals bezeichnet. Die Westschweizer Studios Apelab und Karios Games wurden vom Magazin Bilan in die Liste von 50 Start-ups mit Investitionspotenzial aufgenommen und der Fernsehsender Arte hat der Schweizer Szene eine ganze Sendung gewidmet.

Erstklassige Ausbildung und gute Vorbilder

Bezogen auf die Grösse des Landes können Schweizer Gameentwickler damit so viel Aufmerksamkeit auf sich ziehen wie kaum ein anderes Land. Ru Weerasuiya, Creative Director mit Schweizer Wurzeln des Blockbusterspiels «The Order 1886», vermutet, dass die Schweiz Nummer eins ist, was das Verhältnis nominierter Spiele zu Einwohnerzahl betrifft. Den Grund für den Erfolg sieht er in der guten Ausbildung und der selektiven Wahl der Studenten. «Der Fokus liegt auf der Auswahl der richtigen Leute mit Antrieb und Passion», sagt Weerasuiya. «Auch das Förderprogramm der Pro Helvetia macht den Entwicklern Mut», ergänzt Weerasuiya. Er ist der Jurypräsident der dritten Auflage des Förderprogramms «Call for Projects: Swiss Games».

Auch Sylvain Gardel, Leiter der Impulsprogramme der Pro Helvetia, sieht die Ausbildungsstätten als fruchtbaren Boden für den Erfolg. «Die Ausbildungen der Head, ZHdK, Ecal und ETH fokussieren sehr auf innovative Spielmechanismen und künstlerische Gestaltung des Mediums», sagt Gardel. Ausserdem senden Erfolgsstorys wie diejenige des Award-verwöhnten Spiels «Drei» die Reputation eines Designers wie Mario von Rickenbach oder die internationale Wahrnehmung des Studios Apelab Signale aus, dass es möglich ist, international für Aufmerksamkeit zu sorgen. Zusätzlich motiviert werden die kleinen, flexiblen Teams durch die Öffnung der Spielindustrie für Independent Games.

Update, 13.2.2015, 11:20 Uhr: Mittlerweile sind die Nominationen für den «Game Connection America 2015's Development Awards» bekannt geworden. Aus der Schweiz nominiert sind: «Dur» (ZHdK; Best Desktop/Downloadable), «Sequenced» (Apelab; Best Casual und Most Creative & Original Project), «The Perils of Man» (IF Games; Excellence in Story), «First Strike» (Blindflug; Best Hardcore Game und Most Creative & Original Project).

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