Aktualisiert 22.05.2020 22:33

Umfrage

Schweizer geben Familie und Chefs gute Noten in der Krise

Die Schweizer Bevölkerung ist zufrieden mit dem Krisenmanagement in der Familie. Vor allem bei Teenagern stieg die Zustimmung. Auch der Chef bekommt in einer Umfrage Lob für den Umgang mit der Krise.

von
Fabian Pöschl
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In der Corona-Krise steht die Familie besonders hoch in der Gunst der Bevölkerung.

In der Corona-Krise steht die Familie besonders hoch in der Gunst der Bevölkerung.

KEYSTONE
Ebenfalls hoch in der Gunst steht das Gesundheitswesen (Spitäler, Arztpraxen etc.)

Ebenfalls hoch in der Gunst steht das Gesundheitswesen (Spitäler, Arztpraxen etc.)

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Auch der Arbeitgeber gewinnt in der Krise an Vertrauen fürs Krisenmanagement.

Auch der Arbeitgeber gewinnt in der Krise an Vertrauen fürs Krisenmanagement.

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Darum gehts

  • Die Familie und das Gesundheitswesen geniessen das meiste Vertrauen der Bevölkerung für ihr Krisenmanagement in der Corona-Pandemie.
  • Vor allem Teenager sind dankbar, dass sie sich wieder freier bewegen können, wie die Umfragemacher schreiben.
  • Deutlich mehr Wertschätzung erhält auch das Krisenmanagement des eigenen Chefs.

In der Corona-Krise stehen die Familie und das Gesundheitswesen besonders hoch in der Gunst der Bevölkerung. Bei einer regelmässig durchgeführten Umfrage von Comparis und Marketagent.com gaben zurzeit über 1000 Teilnehmer der Familie und dem Gesundheitswesen die besten Noten für ihr Krisenmanagement. 78 bis 90 Prozent beurteilen die Krisenbewältigung der Familie als «gut» bis «sehr gut» (siehe Bildstrecke).

Vor allem bei Teenagern zeichnete sich noch Ende April ein anderes Bild ab. Nur knapp zwei Drittel der Teenager gaben ihren Familien die Noten «gut» bis «sehr gut». Jetzt, wo sie sich wieder freier bewegen können, zeigen sie grosse Dankbarkeit, wie Comparis in einer Mitteilung schreibt. Über vier Fünftel der 16- bis 19-Jährigen geben heute ihrer Familie Topnoten für die Krisenbewältigung.

Zufriedener mit dem Chef

«Es zeigt sich, dass allen Unkenrufen zum Trotz die Familienstrukturen in der Schweiz doch weitgehend intakt sind und auch derart einschneidende Krisen überstehen», sagt Liane Nagengast, Marktforscherin bei Marketagent Schweiz.

Deutlich mehr Wertschätzung im Vergleich zu früheren Umfragen erfährt das Krisenmanagement des eigenen Chefs. Vor allem Lehrlinge und junge Erwerbstätige unter 20 sind zufriedener mit dem Arbeitgeber als noch zu Beginn des Lockdown. Mittlerweile beurteilt gut die Hälfte der Befragten im Rückblick auf den Lockdown das Krisenmanagement ihres Arbeitgebers als «gut» bis «sehr gut».

Schweizer Bevölkerung am stärksten verbessert

«Die Arbeitgeber haben es innert kürzester Zeit geschafft, fast zwei Millionen Erwerbstätige auf Kurzarbeit zu setzen und für ihre Mitarbeitenden einzustehen. Das wird sehr geschätzt», kommentiert Comparis-Finanzexperte Frédéric Papp. Jetzt komme es darauf an, dass die Arbeitgeber sich trotz der grossen Verwerfungen auch weiterhin verantwortungsvoll und initiativ zeigten.

Am stärksten verbessert hat sich die Schweizer Bevölkerung. Zu Beginn der Krise erhielt das Volk von den Umfrageteilnehmern eine ungenügende Note für ihr Verhalten in der Krise. Mittlerweile kämpfte sie sich zum Prädikat «genügend» hoch. Ebenfalls in diesem Bereich bewegen sich die Finanzakteure wie Banken und Versicherungen. Etwas besser ist die Beurteilung der Regierung und Armee, die wie der Arbeitgeber im Mittelfeld landen.

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61 Kommentare

Alfredo 7

22.05.2020, 23:03

Ein grosses Kompliment an die Medizin u. Plege Fachleute. Aber was mich sehr beeindruckt hat, sind die Leute im Detailhandel. Diese Menschen haben einen hervorragenden Job gemacht und es ist ja noch nicht ausgestanden. Ein grosses Danke. Und wenn ich hier lese, dass auch die Chefs Ihre soziale Verantwortung wahrgenommen haben, dann freut mich das sehr.

boka

22.05.2020, 22:56

Alle klopfen sich auf die Schultern, doch der Preis wird einiges später bezahlt werden müssen. Solange alle am Tropf des Staates hängen, meint man alles wäre wie zuvor, doch beim Absetztender Staatsdrogen werden viele erst merken was lokal und global alles an die Wand gefahren wurde, dies alles um sich als human feiern zu können, obgleich das Kommende ziemlich hart und inhuman sein wird. Wer Gutes tut, dabei mehr Schlechtes bewirkt tut Schlechtes.

Anna

23.05.2020, 04:36

Ich gebe der Gesellschaft die schlechteste Note. Was gestern mal wieder in Zürich abging... da standen riesige Schlangen junger Menschen (Typ: Fridays for Future) an, um in ein Kleidergrschäft (Typ: made in China) zu kommen. Ich würde sagen, wir haben nichts gelernt..