Entführte Lehrerin: Schweizer Geisel bittet mit Video um Rettung
Aktualisiert

Entführte LehrerinSchweizer Geisel bittet mit Video um Rettung

Seit sechs Wochen ist eine Schweizerin in Jemen in der Gewalt von Terroristen. Diese haben nun einen Hilferuf der 35-Jährigen publiziert, in dem sie sich an die Schweizer Behörden wendet.

Die vor sechs Wochen in Jemen entführte Schweizerin hat den Bundesrat in einer Video-Botschaft um Hilfe für ihre Freilassung gebeten. Sie sei in der Hand von Al-Kaida-Leuten und bei einigermassen guter Gesundheit. Über Lösegeldforderungen oder andere Bedingungen für ihre Freilassung sagte sie nichts. Sie appelliere an die Schweizer Botschaft und die Schweizer Regierung, «das Nötige zu tun», damit sie freikomme, hiess es lediglich.

«Werde gut behandelt»

Sie sei in den Händen des Terrornetzwerks Al-Kaida. «Mir geht es mehr oder weniger gut», sagt die Schweizerin auf Englisch und fügt an, sie werde zum Glück «sehr gut behandelt». Sie habe in Hudaida gearbeitet und sei am 13. März verschleppt worden.

Das kurze Video wurde am Dienstag auf das Internetportal youtube geschaltet. Auf der 46 Sekunden dauernden Sequenz ist die junge Frau in einen schwarzen Umhang gekleidet vor einem dunkelblauen Hintergrund zu sehen.

In der Hand hält sie einen Newsletter des Nahost-Informationsdienstes «MEED» von Ende vergangenem November. Diesen hält sie für einige Sekunden mit dem englischen Datum «25 November-1 December 2011» in die Kamera.

EDA zurückhaltend

Das Eidg. Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) wurde über die Existenz des Videos unterrichtet. Die zuständigen Dienste seien nun am Überprüfen der Echtheit, sagte EDA-Sprecher Jean-Marc Crevoisier am frühen Dienstagabend auf Anfrage. Er machte kein weiteren Angaben.

Die Schweizerin war in ihrem Haus in Hudaida an der Küste des Roten Meeres entführt worden. Sie arbeitete in der im Westen Jemens gelegenen Stadt für ein Sprachinstitut. Nach jemenitischen und chinesischen Angaben wurden sowohl die Freilassung Inhaftierter wie auch ein Lösegeld über 1,2 Millionen Franken verlangt. (sda)

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