Aktualisiert 27.06.2014 16:32

UkraineSchweizer Geisel soll am Abend in Wien landen

Der in der Ostukraine festgehaltene Schweizer OSZE-Beobachter ist frei. Er und drei weitere freigelassene Beobachter sollen noch heute nach Wien fliegen.

von
sma

Die prorussischen Separatisten in der Ostukraine haben vier OSZE-Beobachter nach über einem Monat Gefangenschaft freigelassen. Das gaben die OSZE und die Separatisten in der Nacht auf Freitag bekannt. Unter den Freigelassenen ist auch ein Schweizer OSZE-Beobachter.

Wie die OSZE auf Anfrage mitteilt, sollen die vier OSZE-Mitarbeiter noch heute Abend nach Wien geflogen werden. «Ein Flugzeug im Auftrag des amtierenden Vorsitzenden der OSZE befindet sich derzeit auf dem Flug in die Ukraine und wird die vier OSZE-Beobachter von dort nach Wien ausfliegen», sagt EDA-Mediensprecher George Farago. Inzwischen habe Bundespräsident Didier Burkhalter mit dem Schweizer Staatsangehörigen in der Gruppe ein Telefongespräch führen können. Farago: «Er hat sich nach seinem Befinden erkundigt und ihm die weitere Unterstützung des EDA zugesichert. »

Wie Roland Bless, Sprecher der Schweizer OSZE-Delegation in Wien, weiter sagt, stehe am Abend als Erstes die medizinische und psychologische Betreuung der Betroffenen im Vordergrund . Dies könne bis zu zwei Tage dauern. «So bald wie möglich werden die Beobachter in ihre Heimatländer zurückkehren», so Bless.

Die vier Beobachter machten bei ihrer Ankunft einen müden Eindruck, gaben gegenüber Journalisten aber keinen Kommentar ab, berichtete die Nachrichtenagentur AFP. Nach Angaben der OSZE ist der Zustand der Beobachter «gut».

Besorgt über Verbleib eines weiteren Teams

Das OSZE-Büro in Kiew bestätigte, dass eines der zwei seit knapp einem Monat festgehaltenen Teams der Organisation freigekommen sei. Nach 32 Tagen seien die vier Beobachter wieder frei, heisst es in einer Mitteilung der OSZE.

In einer schriftlichen Erklärung zeigte sich Bundespräsident Didier Burkhalter in seiner Funktion als OSZE-Präsident dankbar für die Unterstützung aller Staaten und Stellen, die sich für eine Freilassung eingesetzt haben. Er erinnerte aber daran, dass das zweite OSZE-Team nach wie vor festgehalten wird.

Die vier festgehaltenen Beobachter waren in der Region Lugansk tätig und befinden sich dem 29. Mai in den Händen prorussischer Kräfte. Burkhalter forderte die «sofortige und bedingungslose» Freilassung der Beobachter und weiterer als «Geiseln» festgehaltener Personen in der Region.

Fehlende Kontrolle der Separatistenanführer

Nach Angaben von Separatistenanführer Borodaj hielt ein Rebellenchef in der benachbarten Region Lugansk das nun freigekommene OSZE-Team fest. Die Anführer der Separatistenbewegung betonen immer wieder, dass sie nicht alle paramilitärischen Gruppen in der Region, die gegen die ukrainischen Sicherheitskräfte kämpfen, unter Kontrolle hätten.

Für die bedingungslose Freilassung der Beobachter seien intensive Bemühungen unternommen worden, teilte die OSZE mit. Unter anderem hatte OSZE-Präsident Burkhalter am Dienstag in einem Gespräch mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin auf die Freilassung der Beobachter gepocht. Putin hatte versichert, dass er tun wolle, was er könne. (sma/sda)

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