Aktualisiert 06.07.2012 16:48

Verregneter Sommer

Schweizer Gewässerpegel sinken weiter

Das Bundesamt für Umwelt entwarnt: In der ganzen Schweiz herrscht nach den Gewittern mit starken Niederschlägen nur noch mässige Gefahr. Eine Stabilisierung der Wetterlage ist aber auch übers Wochenende nicht in Sicht.

Die Hochwasserlage in der Schweiz entspannt sich. Trotz der starken Gewitterniederschläge am Vortag und in der Nacht gab das Bundesamt für Umwelt (BAFU) am Freitag vorläufig Entwarnung. Für die am meisten betroffenen Gewässer gilt neu noch die Gefahrenstufe 2.

Damit herrsche in der ganzen Schweiz höchstens «mässige Gefahr», sagte BAFU-Hydrologin Silvia Morf auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA.

Zwar bleibt das Wetter in den nächsten Tagen weiterhin wechselhaft. «Die Niederschlagsmengen werden aber voraussichtlich geringer ausfallen», sagte Morf. Deshalb rechne das BAFU mit einer weiteren Entspannung. Bäche und kleine Flüsse könnten bei lokalen Gewittern kurzfristig stark ansteigen.

Nur falls stärkere Niederschläge im Oberwallis und in der Gotthardregion fallen, könnten sich auch die Pegel der Rhone (Brig) und der Reuss (Seedorf) nochmals erhöhen.

Berner können aufatmen

Im Kanton Bern hat sich die Situation derweil weiter stabilisiert. Sowohl im Brienzer- wie auch im Thunersee sanken die Pegelstände. «Seit Dienstag ist der Brienzersee um 30 Zentimeter gesunken», sagte Bernhard Schudel, Leiter der Abteilung Gewässerregulierung beim bernischen Amt für Wasser und Abfall.

Mithilfe des Hochwasser-Entlastungsstollens in Thun sei der Thunersee inzwischen auf einen eher unterdurchschnittlichen Wasserstand gesunken, sagte Schudel. Damit könne der Thunersee weitere Regenfälle besser aufnehmen.

In der Stadt Bern wurde am Freitagnachmittag mit 320 Kubikmetern pro Sekunde ein erhöhter Wasserabfluss in der Aare gemessen. Der Abfluss sei aber stabil. Bis etwa 430 Kubikmeter pro Sekunde verursache die Aare in Bern erfahrungsgemäss wenig Probleme, sagte Schudel.

Gewitterschäden in der Ost- und Nordwestschweiz

Vor der Wetterberuhigung gingen in der Nacht auf Freitag zum Teil heftige Gewitter über der Schweiz nieder. Die Gewitter waren aber im Gegensatz zum Mittwoch nicht stationär. Dadurch regnete es zwar ausserordentlich stark, dies aber nur kurzzeitig.

Die bis zu 60 Liter Wasser pro Quadratmeter haben im Appenzeller Mittelland jedoch zu Schäden an Gebäuden und Fahrzeugen geführt. Verletzt wurde niemand.

Am ärgsten betroffen waren nach Polizeiangaben die Gemeinden Trogen, Bühler und Gais. Im Gebiet Strahlholz in der Gemeinde Bühler wurde ein abgestelltes Auto von den Wassermassen in den Rotbach gerissen. Das Wrack konnte mehrere Hundert Meter bachabwärts mit einem Kran geborgen werden.

Auch im Kanton Basel-Land hinterliess die Gewitterfront ihre Spuren. Bis am Freitagmorgen gingen bei der Baselbieter Polizei 60 Notrufe wegen überschwemmter Räume ein. Betroffen waren vor allem Gemeinden im Oberen Baselbiet. In Giebenach trat der Violenbach über die Ufer und sorgte für Schäden an einem Wohnhaus.

In Arisdorf kam es zu Problemen auf der A2, wo grosse Wassermengen auf die Fahrbahn flossen. Auch auf den Autobahnen rund um die Stadt Bern kam es wegen der grossen Wassermengen zu Behinderungen.

Im Tessin verzeichnete der Wetterdienst Meteonews kräftige Regenschauer: Etwa in Locarno-Monti wurden alleine am Freitag 68,5 Liter Regen gemessen, das sind mehr als ein Drittel der durchschnittlichen monatlichen Niederschlagssumme im Juli. In Freiburg regnete es 34,1 Liter, in Möhlin AG 32,7.

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