Grosse Umfrage zeigt: Schweizer Gläubige für Homo-Ehe und Verhütung
Aktualisiert

Grosse Umfrage zeigtSchweizer Gläubige für Homo-Ehe und Verhütung

Papst Franziskus wollte wissen, wie seine Schäfchen über Sex denken. Eine grosse Umfrage zeigt: Viele Schweizer Gläubige sind mit der Meinung der Kirche nicht einverstanden.

Bischof Markus Buechel präsentiert am Donnerstag in Bern die Ergebnisse der Umfrage.

Bischof Markus Buechel präsentiert am Donnerstag in Bern die Ergebnisse der Umfrage.

Die Schweizer Kirchenbasis steht den offiziellen Lehren der katholischen Kirche skeptisch gegenüber. Vor allem die Haltung zu Ehe, Sexualität und Verhütung stiess in einer Umfrage auf Kritik. Papst Franziskus hatte die Befragung initiiert.

In der Umfrage bei kirchennahen Kreisen äusserte eine grosse Mehrheit Mühe mit der Verweigerung der Sakramente für Wiederverheiratete. Knapp 90 Prozent der rund 23'600 Antwortenden wünschen sich eine kirchliche Anerkennung und Segnung solcher Partnerschaften, wie das Schweizerische Pastoralsoziologische Institut (SPI) am Dienstag mitteilte.

Homosexuelle und Verhütung erregen Gemüter

Die Anerkennung von Partnerschaften von Schwulen und Lesben fand ebenfalls eine Mehrheit, wobei diese mit rund 60 Prozent weniger stark ausfiel. Es zeige sich eine Polarisierung zwischen entschiedener Ablehnung und klarer Zustimmung, teilte das SPI mit. Das Institut ist für die Auswertung der Umfrage zuständig.

Beim umstrittenen Thema der Verhütung – die katholische Kirche lehnt Kondom und Pille ab – zeigte sich bei der Umfrage «die lange bekannt dramatische Differenz» zwischen der Lebenswelt der meisten Katholikinnen und Katholiken und den Lehren.

Glaube wichtig für Familien

Eine Chance für die Kirche sieht das Institut darin, dass die Kirchenbasis trotz aller Kritik an den Lehren grossen Wert auf die Rolle des Glaubens in der Familie und der Kindererziehung lege.

Das Pastoralsoziologische Institut wird von der katholischen Kirche getragen. Auf die Umfrage gingen 23'600 Antworten ein, drei Viertel davon online und rund 87 Prozent in deutscher Sprache. 92 Prozent der Teilnehmer gehören der römisch-katholischen Kirche an. (sda)

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