UBS-Konsumindikator: Schweizer Händler bleiben auf ihren Autos sitzen
Aktualisiert

UBS-KonsumindikatorSchweizer Händler bleiben auf ihren Autos sitzen

Nur wenige Personen in der Schweiz leisteten sich im Mai ein neues Auto. Gemäss dem UBS-Konsumindikator wurden massiv weniger Neuwagen immatrikuliert. Dafür wurden die Einkaufswagen wieder praller gefüllt.

von
jbu
Die Nachfrage nach Neuwagen war im Mai gering.

Die Nachfrage nach Neuwagen war im Mai gering.

Der UBS-Konsumindikator ist im Mai dank einer besseren Stimmung im Detailhandel angestiegen. Weil aber gleichzeitig deutlich weniger Neuwagen immatrikuliert wurden, verbesserte sich das Klima bei den Schweizer Konsumentinnen und Konsumenten insgesamt nur leicht. Das von der Grossbank berechnete Barometer erhöhte sich im Vergleich zum Vormonat von 1,43 auf 1,46.

Die Stimmung im Detailhandel hellte sich im Mai deutlich auf, wie die UBS am Mittwoch mitteilte. Der KOF-Indikator zur Geschäftslage im Detailhandel, der als einer von fünf Faktoren in den UBS-Konsumindikator einfliesst, sprang von -10,5 auf 1,0 und machte damit die Verluste der vergangenen beiden Monate wieder gut.

Margendruck könnte nachlassen

Der nur knapp positive Wert heisse aber auch, dass den Optimisten unter den Detailhändlern weiterhin fast genauso viele Pessimisten gegenüberstünden. Es gebe jedoch Indizien, dass sich der Effekt der Frankenaufwertung langsam abschwäche.

So seien in den ersten Monaten 2013 die Detailhandelspreise kaum weiter gefallen, nachdem die Frankenstärke und der Einkaufstourismus in den vergangenen drei Jahren diese um 7,2 Prozent hatten purzeln lassen. Zudem hätten die Umsätze im April mit einem Plus von nominal 1,6 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat deutlich angezogen, was die Hoffnung schüre, dass sich die Umsätze der Detailhändler zumindest stabilisierten und der Margendruck etwas nachlasse.

Weniger Autos zugelassen

Die Neuzulassungen von Autos fielen im Mai hingegen schlecht aus. Während im April die Anzahl der Immatrikulationen von Neuwagen lediglich 1,5 Prozent hinter denen des Vorjahresmonats zurücklagen, war das Minus im Mai mit 7,4 Prozent deutlich grösser.

Der UBS-Konsumindikator zeigt mit einem Vorlauf von rund drei Monaten auf die offiziellen Zahlen die Entwicklung des Privatkonsums in der Schweiz an. Dieser ist mit einem Anteil von rund 60 Prozent die mit Abstand wichtigste Komponente des Schweizer Bruttoinlandprodukts (BIP). Er stieg im Mai zum vierten Mal in Folge an.

Berechnet wird der Index aus fünf konsumnahen Grössen: Immatrikulationen von neuen Personenwagen, Geschäftslage im Detailhandel, Anzahl Hotelübernachtungen von Inländern in der Schweiz, Konsumentenstimmungsindex sowie Kreditkartenumsätze, die über die UBS an inländischen Verkaufspunkten abgewickelt werden. (jbu/sda)

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