Erfolgreiche Proteste: «Schweizer Haus» in Buenos Aires gerettet
Aktualisiert

Erfolgreiche Proteste«Schweizer Haus» in Buenos Aires gerettet

Das kulturell und historisch bedeutende «Schweizer Haus» in Buenos Aires bleibt bestehen. Gegen den Abriss sprach sich zuletzt auch der Schweizer Botschafter aus.

Freude nach dem positiven Entscheid für das Casa Suiza.

Freude nach dem positiven Entscheid für das Casa Suiza.

Nach breiten Protesten ist ein «Schweizer Haus» genanntes historisches Gebäude in Buenos Aires vor dem Abriss gerettet worden. Das Haus gehöre zum historischen und kulturellen Erbe der argentinischen Hauptstadt, urteilten die Justizbehörden.

Dies sei von den zuständigen Behörden am Freitag entschieden worden, teilte der Anwalt Lisandro Teskiewicz mit. Er vertritt eine der Nichtregierungsorganisationen (NGO), die sich für den Erhalt des Art-Deco-Gebäudes engagierten.

Noch am Freitag hatten mehrere NGO in Buenos Aires gegen die Zerstörung des «Schweizer Hauses» demonstriert. In dem Gebäude waren ab 1895 die ersten Schweizer Immigranten aufgenommen worden.

Im 20. Jahrhundert wurde es zu einem bekannten Konzerthaus und zu einem Symbol für afrikanische Kolonialmusik des Rio de la Plata. Zu Beginn der Diktatur in Argentinien (1976-1983) diente es dann als Zufluchtsort für die «Mütter der Plaza de Mayo», während diese nach ihren vermissten Kindern suchten.

Schweizer Botschafter

Auch der Schweizer Botschafter in Argentinien, Johannes Matyassy, hatte sich in die Debatte eingeschaltet. Das «Schweizer Haus» mit seiner Art-Deco-Fassade aus dem Jahre 1937 habe «einen wertvollen historischen und kulturellen Wert».

Doch jedermann wisse, dass es so nicht weitergehen könne und alternative Finanzierungsmöglichkeiten gesucht werden müssten. Das Haus sei jedoch in privater Hand und es gebe keinen Bezug zur Schweiz, sagte Matyassy noch vor dem Entscheid der Behörden, das Gebäude erhalten zu wollen.

Ebenfalls im Vorfeld des Behördenentscheids hatte die Tango- Sängerin und Stadtparlamentarierin Susana Rinaldi erklärt, die Mitglieder der Schweizer Philanthropischen Gesellschaft seien einverstanden, das Haus teuer zu verkaufen - im Austausch gegen einige Etagen in dem neuen Gebäude. (sda)

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