Hitzfeld experimentiert: Schweizer Heimpleite zum Jahresabschluss
Aktualisiert

Hitzfeld experimentiertSchweizer Heimpleite zum Jahresabschluss

Im letzten Länderspiel des Jahres mussten die Schweizer Fussballer im ansonsten erfolgreichen 2009 erstmals klein beigeben. Norwegen gewann das Testspiel in Genf dank einem von John Carew sicher verwandelten Foulpenalty (48.) glücklich 1:0.

Es war die einzige Torchance der Skandinavier in der gesamten Partie gewesen. Der kurz zuvor eingewechselte Philipp Degen hatte gegen Morten Gamst Pedersen ungeschickt das Bein stehen lassen.

Danach versuchte die Schweiz mit allen Mitteln, die erst zweite Niederlage unter Ottmar Hitzfeld nach dem Luxemburg-Flop zu verhindern. Vor allem Debütant Albert Bunjaku tat sich dabei positiv hervor. Aber auch dem Stürmer des 1. FC Nürnberg blieb in seinem ersten Länderspiel ein Torerfolg versagt. Auch Rückkehrer David Degen, Marco Streller, Benjamin Huggel und Pirmin Schwegler vergaben gute Möglichkeiten zum verdienten Ausgleich.

Zweite Niederlage unter Hitzfeld

Das Schweizer Team krankte auch gegen die Norweger wie schon in den letzten Partien an Ideenlosigkeit im Angriff. Die Kreativität war einmal mehr mangelhaft. Auch die vorgenommenen Umstellungen gegenüber dem Israel-Spiel brachten zuwenig Wirkung. Hitzfeld hatte seine Mannschaft auf sechs Positionen neu besetzt. Gut in Szene zu setzen von den Neuen vermochten sich vor allem Reto Ziegler und Pirmin Schwegler. Auch Debütant Heinz Barmettler bot neben dem im ersten Durchgang überragenden Philippe Senderos einen guten Einstand. Wirkungslos blieben jedoch vor allem in der ersten Halbzeit die beiden Stürmer Alex Frei und Eren Derdiyok.

Testländerspiel in Genf

Schweiz - Norwegen 0:1 (0:0)

Stade de Genève. - 16 000 Zuschauer. - SR Whitby (Wales).

Tor: 48. Carew (Foulpenalty) 0:1.

Schweiz: Benaglio; Lichtsteiner (46. Philipp Degen), Barmettler, Senderos (46. Von Bergen), Ziegler; Inler, Schwegler, Huggel (62. Behrami), Barnetta (61. David Degen); Frei (46. Bunjaku), Derdiyok (46. Streller).

Norwegen: Knudsen; Högli, Höiland, Hangeland, John Arne Riise; Hauger (86. Solli); Huseklepp (40. Moldskred), Skjelbred, Haestad (65. Tettey), Pedersen; Carew (78. Braaten).

Bemerkungen: Schweiz ohne Spycher (verletzt). Nicht eingesetzt: Wölfli; Grichting, Fernandes. Debüt von Heinz Barmettler und Albert Bunjaku. 25. Länderspiele von Benaglio und Behrami. Norwegen ohne Brenne, Demidov und Björn Helge Riise (alle krank). Schweigeminute für Robert Enke.

LIVE-TICKER

mit Res Blum

90.+3. Schlusspfiff in Genf, die Schweiz verliert gegen Norwegen mit 0:1 und wird mit Pfiffen verabschiedet.

90. Nur noch die Nachspielzeit bleibt, drei Minuten noch.

83. Den Schweizern läuft die Zeit langsam davon, eine Niederlage zum Jahresabschluss muss ja nicht unbedingt sein, deshalb versuchen die Roten auch alles, um noch den Ausgleich zu schiessen. ABer der letzte Zwick Entschlossenheit fehlt eben doch. Auch Schwegler kann sich im 16er nicht durchsetzen.

78. Auch Norwegen nimmt mal einen Wechsel vor, für John Carew ist der Abend zu Ende, sein Tor hat er ja gemacht.

74. Freistoss für die Schweiz, gefährliche Distanz, die Norweger stellen die Mauer, Reto Ziegler übernimmt und zielt ein wenig zu hoch, Knudsen muss nicht eingreifen.

67. Ein Schuss von Bunjaku streift nur um Haaresbreite am entfernten Pfosten vorbei ins Out.

66. Fast wäre die Schweiz zum Ausgleich zu kommen, in Zusammenarbeit mit Bruder Philipp kommt David zum Kopfball, spielt aber gleichzeitig auch Foulspiel, die Aktion wird abgepfiffen.

60. Doppelwechsel bei den Schweizern. Barnetta geht raus, David Degen kommt für ihn ins Spiel, auch Behrami kriegt noch Spielpraxis und wird von den Fans bejubelt, für ihn macht Huggel Platz. Damit hat Hitzfeld alle sechs möglichen Wechsel getätigt.

55. Bunjaku, der neue Mann bei Hitzfeld, sorgt für einigen Schwung in der Offensive, geht bis zur Grundlinie und ermöglicht Huggel den Abschluss, sein Schuss wird aber zur Ecke geklärt, die ist dann wieder zu ungenau und die Aktion verpufft.

52. Mit den vielen Wechseln zur Pause müssen sich die Schweizer erst wieder neu ordnen.

48. Penalty für Norwegen, der auch neu eingewechselte Philippe Degen verschuldet mit seiner ersten Aktion einen Penalty. Carew versenkt den Ball sicher zum 0:1.

46. Die Spieler sind zurück auf dem Rasen, es hat einige Wechsel gegeben. Derdiyok und Frei raus, Streller und Bunjaku rein, auch Philipp Degen und Steve Von Bergen sind neu mit von der Partie.

45. Pausenpfiff von Schiri Whitby, mit einem 0:0 verabschieden sich die Teams in die Kabinen. Die Fans pfeifen kurz und verhalten, aber sie pfeifen. Die Schweizer Nati war zwar sichtlich bemüht, offensive Impulse zu setzen, liess es aber an Durchschlagskraft vermissen. Aber auch die Norweger haben bisher keine Stricke zerrissen.

40. Die Norweger müssen den ersten Wechsel vornehmen. Huseklepp kann nicht mehr, muss verletzt raus, Molskred kommt für ihn ins Spiel.

40. Eren Derdiyok ist bislang kaum in Erscheinung getreten, erhält auch zuwenig Bälle in die Spitze.

36. Freistoss für Norwegen aus ca. 30m Distanz. Riise setzt sich den Ball, zielt aber zu hoch, Benaglio muss nicht eingreifen.

35. Die Stimmung in Genf ist verhalten, der Funke will nicht so rüberspringen, die Schweizer Nati müsste noch einen Zacken zulegen, aber vor dem gegnerischen Strafraum enden die meisten Aktionen, kaum nennenswerte Chancen.

32. Auf der Gegenseite muss Senderos mit einer Grätsche dazwischengehen, um den Ball aus der Gefahrenzone zu spedieren.

30. Immerhin mal eine Chance für die Schweizer, Inler flankt Frei auf den Kopf, der Ball geht knapp einen Meter am rechten Pfosten vorbei.

30. Barmettler zeigt gegen Carew bislang eine fehlerlose Leistung, auch Schwegler reiht sich gut ins Team ein und Reto Ziegler sorgt auf der linken Seite für viel Zug als Defensivmann.

27. Eckball für die Norweger. Aber die Schweizer stehen gut bei den Standards und können im Verbund klären.

24. Die Highlight in dieser Partie sind bisher rar, die Schweizer sind immerhin bemüht, nach vorne was zu reissen. Bis zum 16er läufts ganz gut, dann aber fehlt der letzte Pass, die letzte gute Idee.

18. Die Norweger zeigen sich zum ersten Mal im gegnerischen Strafraum, aber die vielbeinige Schweizer Abwehr klärt entschlossen.

15. Schon wieder die Schweizer im Vorwärtsgang, Frei wird wieder steil geschickt, lässt sich im Strafraum aber fallen und fordert zu Unrecht einen Penalty, Schiri Whitby winkt entschlossen ab.

13. Flanke von Inler auf Barnetta, der kann sich im Luftduell durchsetzen kann, Goalie Knudsen pflückt sich den Ball aber sicher.

11. Auch Reto Ziegler hält es nicht hinten, mit viel Zug setzt er sich über die linke Seite durch, sein Flanke gerät aber knapp hinters Tor der Norweger, Knudsen kann abstossen.

8. Erste Aufregung im Stade de Geneve, Huggle lanciert Frei steil, aber der walisische Schiri entscheidet auf Offside, wars aber nicht, die Fans entrüsten sich zurecht.

6. Barnetta mit der ersten guten Schweizer Aktion, setzt sich über links durch, aber niemand steht im Zentrum, der die Hereingabe übernehmen kann.

4. Norwegen kommt ein erstes Mal über rechts nach vorn, die Akton wird aber von Reto Ziegler bereinigt, der sofort den Gegenstoss lanciert.

1. Anpfiff zur 1. Halbzeit. Die Schweiz spielt in ihren gewohnten roten Heimtenues.

- Die Spieler sind bereits auf dem Rasen und ziehen sich noch die Nationalhymnen rein, dann folgt die Schweigeminute für den verstorbenen Goalie Robert Enke.

20 Minuten Online berichtet ab 17.45 Uhr live vom letzten A-Länderspiel des Jahres zwischen der Schweiz und Norwegen.

Vor dem Spiel

Für Marco Wölfli kehrt der damals kranke Diego Benaglio ins Tor zurück. In der Abwehr will Hitzfeld dem jungen FCZ-Meisterspieler Heinz Barmettler (für Abwehrchef Stéphane Grichting) neben Philippe Senderos eine erste Einsatzchance gewähren. Als linker Aussenverteidiger darf sich Sampdoria-Söldner Reto Ziegler (für den verletzten Christoph Spycher) weitere Sporen abverdienen.

Im Mittelfeld schiebt Hitzfeld den bisherigen Stammsechser Gökhan Inler auf die rechte Seite und lässt Pirmin Schwegler auf dessen Position agieren. Auf der rechten Seite muss sich Inler gegen Rückkehrer Valon Behrami behaupten, der nach seiner einjährigen Nationalmannschaftspause im Verlauf der Partie sein Comeback feiern wird.

Bunjakus Debüt in der zweiten Halbzeit

Im Angriff erhält Eren Derdiyok (für den nicht aufgebotenen Blaise Nkufo) eine weitere Chance von Beginn weg, nachdem er gegen Israel nicht reüssieren konnte und zuvor lediglich als torgefährlicher Joker überzeugt hatte. «In der zweiten Halbzeit wird Albert Bunjaku zu seinem Debüt gelangen», kündigte Hitzfeld gestern an. Im weiteren Verlauf hat er dann auch noch Einsätze für die beiden Degen-Brüder Philipp und David, sowie für Marco Streller vorgesehen.

Negative Bilanz gegen Norwegen

Duelle mit Norwegen gingen für die Schweizer Nationalmannschaft mehrheitlich verloren. Aus 16 Partien resultierten lediglich fünf Siege. Sieben Partien gingen verloren.

Vor allem in Ernstkämpfen zogen die Schweizer gegen die Skandinavier regelmässig den Kürzeren. Achtmal traf eine Schweizer Auswahl in WM-Ausscheidungsspielen auf die Norweger, viermal setzte es bittere Niederlagen ab, sodass die WM-Endrunden nach diesen Qualifikations-Kampagnen (1976/77, 1980/81, 1996/97) regelmässig ohne Schweizer stattfanden. Norwegen dagegen qualifizierte sich gegen die Schweiz für die WM 1998 in Frankreich. Aus dieser Zeit resultierte auch die höchste Schweizer Niederlage; 0:5 ging das Team von Rolf Fringer im September 1997 in Oslo unter.

Der letzte Test im August 2005 in Oslo lässt jedoch hoffen. Die Schweiz gewann damals dank einem Treffer von Alex Frei und einem Eigentor von Bergdölmo 2:0. Im Jahr darauf nahm die Schweiz an der WM-Endrunde in Deutschland teil, während die Norweger zu Hause bleiben mussten. So, wie es auch im nächsten Sommer in Südafrika der Fall sein wird.

In Norwegen ist die nationale Saison am letzten Wochenende zu Ende gegangen. Rosenborg Trondheim gewann einmal mehr den Titel. Im Cup bezogen die Trondheimer im Final eine Niederlage gegen Aalesund. Nicht für alle Internationalen hat aber schon die Winterpause begonnen. Mit John Arne Riise (AS Roma), John Carew (Aston Villa), Daniel Braaten (Toulouse), Brede Hangeland (Fulham), Morten Gamst Pedersen (Blackburn) und Alexander Tettey (Rennes) spielen sechs der gegen die Schweiz aufgebotenen Profis in europäischen Top-Ligen.

(si)

Stimmen zum Spiel

Egil Olsen (Norwegen-Coach): «Wir wussten, dass es schwierig werden würde, die Schweiz zu schlagen. Das ist ein starkes Team. Ich bin vor allem zufrieden mit meiner Abwehr, die keinen Treffer zugelassen hat. Enttäuscht war ich, dass wir selber uns praktisch keine Torchancen erarbeiten konnten.»

Alex Frei: «Es ist schade, wegen einem Foulpenalty zu verlieren. Der Schiedsrichter hätte eigentlich auch einen für uns pfeifen müssen. Wir wollten unbedingt einen positiven Abschluss dieses Jahres anstreben, schade, dass es nicht geklappt hat.»

Reto Ziegler: «Zuhause zu verlieren ist immer schlecht. Das Wichtigste jedoch ist, dass wir uns für die WM qualifiziert haben. Das ist viel wichtiger, als gegen Norwegen zu gewinnen.»

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