Aktualisiert 08.05.2014 05:35

Albumcharts

Schweizer Hip-Hop ist im Hoch

Selten kam Mundart-Rap so gut an wie jetzt. Junge Exponenten wie Mimiks landen ganz oben in den Charts.

von
Alpcan Özkul

«S'gohd nömm lang und irgendeine gohd ofs 1, Brudi», rappt Mimiks in unverkennbarem Luzerner Dialekt auf seinem Debüt-Album «VodkaZombieRambogang». Und prompt ist die Sensation perfekt: Der erst 22-jährige Rapper sichert sich die Spitzenposition in den Albumcharts.

Tatsächlich sind in letzter Zeit vermehrt Mundart-Hip-Hopper in der Schweizer Hitparade vertreten. Während die Berner Rapper Lo & Leduc sich mit ihrer Platte «Zucker fürs Volk» nun seit drei Wochen in den Top 3 der Album-Charts aufhalten, chartete die Möchtegang mit «Mittwuch Nami» erst kürzlich auf Platz fünf.

Zuletzt war Mundart-Rap Mitte der Nullerjahre ähnlich beliebt, als die Bündner Gruppen Sektion Kuchikäschtli (Platz zwei mit «Affatanz») und Breitbild oder auch Gimma ein breites Publikum ansprechen konnten. Inzwischen feiern unabhängige Labels grosse Erfolge mit Sprechgesang. Auch gestandene Künstler wie Steff la Cheffe oder Manillio positionierten sich mit Indie-Alben in den Charts.

«Für Schweizer Rap ist es ein riesiger Schritt», sagt Hitparadenstürmer Mimiks über seinen eigenen Erfolg, «es zeigt, dass man mit einem reinen Rap-Album, das ganz ohne Pop auskommt, zuoberst in den Charts einsteigen kann.» Vielleicht ist dies der Beginn einer neuen Ära für den nationalen Hip-Hop – die Renaissance des Mundartrap sozusagen.

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