Aktualisiert 23.08.2005 22:08

Schweizer Hip-Hop-Szene: Dank Stress im Aufwind?

In der Schweiz zu rappen, hat sich finanziell bisher nicht ausgezahlt. Der Lausanner Stress hat bewiesen, dass es auch anders geht.

Und mit ihrem neuen Material zeigen Acts wie Big Zis, dass auch sie das Potenzial dafür hätten.

Noch vor fünf Jahren wusste der Durchschnittsbürger wenig von der nationalen Hip-Hop-Szene. Mittlerweile hat sich das geändert. Namen wie Stress, Sens Unik, Bligg oder Sektion Kuchikäschtli sind in aller Munde und regelmässig in den Charts anzutreffen.

Die Entwicklung ist heute so weit fortgeschritten, dass mit Nationmusic gar ein unabhängiges Label für Schweizer Rapper existiert.

Wer nun aber ans grosse Geld denkt, liegt falsch. Noch immer gibt es kaum einen Künstler, der vom Musikmachen leben kann. Doch darum gehe es auch keinem, erklärt DRS3-Musikredaktor Predrag Miskovic gegenüber 20 Minuten. «Wenn ein Rapper ein neues Album auf den Markt bringt, hofft er, dass er nichts draufzahlen muss.»

Finanziell in einer andern Liga spielt momentan einzig Stress. «Er wird viel besser vermarktet als andere Leute in der Branche. In naher Zukunft werden aber weitere Schweizer Künstler den Durchbruch schaffen», prophezeit Miskovic. Ob er Recht behält, wird sich weisen.

Während sich am neuen Album des Bündners Spooman die Geister scheiden, liefert Big Zis jedenfalls Mundart-Hip-Hop vom Feinsten. Und die Alben von Luut & Tüütli oder Griot folgen in Kürze. Vielleicht lassen sie ja die Kassen klingeln – zu gönnen wärs den Acts.

David Cappellini

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