Aktualisiert 11.01.2010 17:28

Seeräuberei

Schweizer Hochseeschiff von Piraten attackiert

Das Schweizer Hochseeschiff «Turicum» hat im Arabischen Meer einen Piratenangriff erfolgreich abgewehrt. Mit drei Booten hatten Piraten das Schiff sieben Stunden lang verfolgt.

Die Attacke ereignete sich am vergangenen Mittwoch, wie Michael Eichmann vom Bundesamt für wirtschaftliche Landesversorgung am Montag auf Anfrage der Nachrichtenagentur ddp sagte. Verletzt wurde niemand.

Der Angriff auf das mittelgrosse Schweizer Frachtschiff mit einer Tragfähigkeit von 47 640 Tonnen erfolgte fünf Seemeilen östlich des von der internationalen Operation «Atalanta» geschützten Gebiets. An Bord der «Turicum» befanden sich rund 20 Besatzungsmitglieder.

Das Schiff wurde von drei Booten attackiert und während sieben Stunden verfolgt. Der Kapitän habe sich während des Angriffs absolut richtig verhalten, sagte Eichmann. Es sei ihm gelungen, mit Ausweichmanövern die Piraten abzuschütteln. Verletzte gab es keine.

Ein «ideales Opfer»

Die 190 Meter lange und 30,5 Meter breite «Turicum» der Reederei Zürich hatte Holz geladen und lag dadurch tief im Wasser. «Sie war daher ein ideales Opfer», sagte Eichmann. Bei der Reederei Zürich hiess es auf Anfrage, dass man sich zum Vorfall nicht äussern wolle.

Im Jahr 2009 hatten knapp zwei Dutzend Schweizer Hochseeschiffe unbehelligt den Golf von Aden passiert. Lediglich in einem Fall war laut Eichmann ein Schiff, das vor einem Schweizer Frachter fuhr, von Piraten angegriffen worden.

Die Zahl der Piratenüberfälle ist dank der internationalen Operation «Atalanta» und der damit verbundenen Präsenz von Kriegsschiffen zurückgegangen. In den letzten paar Wochen hätten sich die Angriffe jedoch wieder vermehrt, sagte Eichmann. Die ruhige See spiele den Piraten derzeit in die Hände.

Die Schweiz nimmt an «Atalanta» nicht teil. Eichmann betonte, dass sich die Schweizer Reeder strikte an die «Atalanta»-Vorschriften hielten. Zudem seien die Schiffe auf passive Verteidigungsmassnahmen vorbereitet. Die Schweizer Hochseehandelsflotte besteht aus 35 Handelsschiffen und einem Schulschiff. (dapd)

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