Historisch: Schweizer Hockey-Girls gegen Nord- und Südkorea?
Aktualisiert

HistorischSchweizer Hockey-Girls gegen Nord- und Südkorea?

In Pyeongchang könnte historisches passieren, wenn die Schweiz auf dem Eis auf ein gemeinsames Team aus Nord- und Südkorea trifft.

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Die Schweiz könnte durch die Nati-Girls an den Olympischen Winterspielen am 10. Februar ein Teil eines historischen Moments werden. Florence Schelling (M.) würde dann gegen das fusionierte Team versuchen, ihren Kasten sauber zuhalten.

Die Schweiz könnte durch die Nati-Girls an den Olympischen Winterspielen am 10. Februar ein Teil eines historischen Moments werden. Florence Schelling (M.) würde dann gegen das fusionierte Team versuchen, ihren Kasten sauber zuhalten.

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Nord- und Südkorea wollen nicht nur gemeinsam Einmarschieren, sondern planen auch ein gemeinsames Hockeyteam. Dieses würde seine erste Partie in Pyeongchang ausgerechnet gegen die Schweiz bestreiten.

Nord- und Südkorea wollen nicht nur gemeinsam Einmarschieren, sondern planen auch ein gemeinsames Hockeyteam. Dieses würde seine erste Partie in Pyeongchang ausgerechnet gegen die Schweiz bestreiten.

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Der südkoreanische Vertreter Chun Hae-sung, rechts, und Nordkoreas Jon Jong Su, trafen sich am Mittwoch in der demilitarisierten Zone in Paju, Südkorea, zu Gesprächen.

Der südkoreanische Vertreter Chun Hae-sung, rechts, und Nordkoreas Jon Jong Su, trafen sich am Mittwoch in der demilitarisierten Zone in Paju, Südkorea, zu Gesprächen.

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Bis vor kurzem stand eine Teilnahme Nordkoreas an den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang noch gar nicht fest. Jetzt wollen beide Koreas ihre Annäherung mit einem gemeinsamen Einmarsch zur Eröffnung am 9. Februar symbolisch untermauern.

Als wichtiges Zeichen ihrer Annäherung wollen Süd- und Nordkorea mit ihren Sportlern bei der Eröffnungsfeier der Olympischen Winterspiele in Pyeongchang zusammen unter gemeinsamer Flagge einlaufen. Ausserdem einigten sich beide Seiten bei Gesprächen im Grenzort Panmunjom am Mittwoch darauf, ein gemeinsames Eishockey-Team der Frauen für die Spiele im Februar in Südkorea zu stellen.

Historischer Moment mit Schweizer Beteiligung

Dieses würde ihr erstes Spiel am 10. Februar ausgerechnet gegen die Schweiz bestreiten. Unsere Frauen-Nati würde dadurch in einen Fokus mit internationaler Ausstrahlung geraten. Diese historischen Bilder würden um die Welt gehen, weit über die traditionellen Sportkanäle hinaus. Die Vorschläge sowie die Teilnahme nordkoreanischer Athleten erfordern die Zustimmung des Internationalen Olympischen Komitees (IOK), das am Samstag in Lausanne mit beiden Ländern darüber beraten will.

Während beide Länder schon bei früheren Olympischen Spielen bei der Eröffnung unter einer Flagge auftraten, die die koreanische Halbinsel zeigt, wäre es jetzt das erste Mal, dass sie bei Olympia auch eine gesamtkoreanische Mannschaft in einer Sportart stellen. Eine gesamtkoreanische Mannschaft, die alle Sportarten umfasst, ist nicht vorgesehen. Die Sommerspiele 1988 in Seoul hatte Nordkorea boykottiert.

Nach jahrelangen frostigen Beziehungen haben die jüngsten Signale der Annäherung zwischen beiden Koreas eine grosse Bedeutung für die südkoreanischen Gastgeber. So haben sie auch die Angst vor einer Eskalation des Streits um das nordkoreanische Atomprogramm kurz vor den Winterspielen zwischen dem 9. und 25. Februar erheblich verringert.

2000 in Sydney erstmals gemeinsam

Die innerkoreanischen Beziehungen seien in den vergangenen zehn Jahren angespannt gewesen, sagte der Vizevorsitzende des Komitees für die friedliche Wiedervereinigung des Vaterlandes und Leiter der dreiköpfigen nordkoreanischen Delegation, Jon Jong Su, zum Auftakt der Gespräche am Mittwoch. «Daher hoffen wir, eine Ära mit besseren Beziehungen beginnen zu können.»

Bei den Olympischen Spielen in Sydney 2000 marschierten die Mannschaften Süd- und Nordkoreas zum ersten Mal zur Eröffnung zusammen ein. Dies wiederholte sich vier Jahre später bei den Sommerspielen in Athen und auch 2006 in Turin.

Es gebe eine Reihe interessanter Vorschläge, hiess es in einer Mitteilung des IOK zu den innerkoreanischen Gesprächen. «Es gibt in Anbetracht der Auswirkung dieser Vorschläge auf die anderen teilnehmenden Nationalen Olympischen Komitees und Athleten zahlreiche Überlegungen». Das IOK werde die Vorschläge sorgfältig prüfen. Für die Spiele in Pyeongchang hatte sich aus Nordkorea nur ein Eiskunstlauf-Paar qualifiziert, sich aber nicht fristgerecht angemeldet.

Die Pläne für ein gemeinsames Frauen-Eishockeyteam sind nicht unumstritten. Angesichts des beschränkten Olympia-Kaders von 22 Akteuren sprach die Nationaltrainerin Südkoreas, Sarah Murray, am Dienstag laut der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap von einem «Schaden für unsere Spielerinnen».

230 Fans aus Nordkorea

Zudem sollen bei den Olympischen Spielen mehr als 200 Cheerleader und Wintersportfans aus Nordkorea für Stimmung sorgen. Wie aus der gemeinsamen Erklärung hervorgeht, will Nordkorea eine 230-köpfige Fandelegation über die Landesgrenze ins Nachbarland schicken. Auch solle eine Delegation von Athleten und Funktionären zu den Paralympischen Spielen in Pyeongchang im März entsendet werden. (sda)

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