«Rein historisch bedingtes Interesse»: Schweizer Honorarkonsul entschuldigt sich für Hitler-Buch im Regal
Publiziert

«Rein historisch bedingtes Interesse»Schweizer Honorarkonsul entschuldigt sich für Hitler-Buch im Regal

Im Bücherregal des Schweizer Honorarkonsul Rolf Gfeller lag eine Ausgabe von Hitlers «Mein Kampf». Gfeller distanziert sich von «jeglichem rechtsextremistischen Gedankengut».

von
Bettina Zanni
1 / 8
Gfeller sitzt auf einem Bürosessel am Pult. Im Bücherregal ist Hitlers «Mein Kampf» ausgestellt.

Gfeller sitzt auf einem Bürosessel am Pult. Im Bücherregal ist Hitlers «Mein Kampf» ausgestellt.

Foto: Susana Hirst Tuilau
Dabei handelt es sich um eine Propagandaschrift aus dem Nationalsozialismus.

Dabei handelt es sich um eine Propagandaschrift aus dem Nationalsozialismus.

Foto: Keystone
Auf dem Foto sieht man Gfeller auf einem Bürosessel am Pult. Wer jedoch sein Bücherregal im Hintergrund studiert, sieht: Neben einem Kochbuch ist eine Ausgabe von Hitlers «Mein Kampf», einer Propagandaschrift aus dem Nationalsozialismus, ausgestellt.

Auf dem Foto sieht man Gfeller auf einem Bürosessel am Pult. Wer jedoch sein Bücherregal im Hintergrund studiert, sieht: Neben einem Kochbuch ist eine Ausgabe von Hitlers «Mein Kampf», einer Propagandaschrift aus dem Nationalsozialismus, ausgestellt.

Foto: Twitter.com

Darum gehts

  • Rolf Gfeller, Schweizer Honorarkonsul auf Fidschi, geriet in die Schlagzeilen, weil auf einem Foto seines Bücherregals eine Ausgabe von Hitlers Brandschrift «Mein Kampf» zu erkennen war.
  • Das EDA lässt von Gfeller ausrichten, dass er für rechtsextremistisches Gedankengut keinerlei Sympathien habe.

Die Wellen der Empörung schlugen hoch, als aufmerksame Betrachter im Regal des Schweizer Honorarkonsuls Rolf Gfeller eine Ausgabe von Hitlers «Mein Kampf» entdeckten. Einblick in dessen Bücherregal gab ein Foto, das die «Berner Zeitung» im Rahmen eines Porträts über Gfeller veröffentlicht hatte. Der Twitter-User Basil Weingartner, der das Buch sofort erkannt hatte, forderte das Schweizer Aussendepartement auf, einen neuen Honorarkonsul für Fidschi zu suchen. «Aus meiner Sicht ist es inakzeptabel, dass ein offizieller Vertreter der Schweiz die faschistische Kampfschrift des grössten Massenmörders aller Zeiten ausstellt. Das EDA ist hier gefordert», sagte er zu 20 Minuten.

Das EDA hat die Sachlage inzwischen abgeklärt. «Der Honorarkonsul seinerseits distanziert sich von jeglichem rechtsextremistischen Gedankengut, für das er keinerlei Sympathien hat», schrieb Pressesprecher Georg Farago am Mittwoch auf Anfrage von 20 Minuten. Gfellers Interesse am Buch «Mein Kampf» sei rein historisch bedingt. «Er entschuldigt sich aber, falls jemandes Gefühle verletzt wurden, indem er das Buch im Büchergestell aufbewahrte.»

Honorarkonsul

Laut dem Eidgenössichen Departement des Äusseren wurde Rolf Gfeller 2012 zum Honorargeneralkonsul ernannt. «Ein Honorarkonsul übt seine Tätigkeit ehrenamtlich aus. Er wird nicht entlöhnt, sondern erhält eine Jahresentschädigung zur Deckung der allgemeinen Auslagen im Zusammenhang mit der Ausübung seines Amtes», sagt Pressesprecher Georg Farago. In Absprache mit der vorgesetzten Botschaft widmet sich der Honorarkonsul in seinem Amtsbezirk der Beziehungspflege zu verschiedenen Anspruchsgruppen und Vertretung der Schweizer Interessen, den Kontakten mit der Schweizer Gemeinschaft und leistet im Einvernehmen mit der vorgesetzten Botschaft Beistand für durchreisende oder ansässige Schweizer Staatsangehörige. Konsularische Dienstleistungen wie zum Beispiel die Ausstellung von Visa oder die Bearbeitung von Zivilstandsereignissen dürfen nur von eigens dafür eingestelltem, geschultem und versetzbarem konsularischem Fachpersonal erbracht werden.

Deine Meinung