Aktualisiert 01.05.2020 07:32

Konkurswelle

Jedes vierte Hotel steht vor dem Aus

Die Tourismusbranche trifft die Corona-Krise besonders hart. Trotz Staatshilfen sind viele Betriebe in ihrer Existenz bedroht.

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In der Schweizer Tourismusindustrie droht wegen der Corona-Krise eine Konkurswelle. 3200 Betriebe mit 30'000 Arbeitsplätzen sind in ihrer Existenz bedroht.

In der Schweizer Tourismusindustrie droht wegen der Corona-Krise eine Konkurswelle. 3200 Betriebe mit 30'000 Arbeitsplätzen sind in ihrer Existenz bedroht.

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Die Verluste für den Schweizer Tourismus zwischen März und Juni könnten sich auf 8,7 Milliarden Franken summieren.

Die Verluste für den Schweizer Tourismus zwischen März und Juni könnten sich auf 8,7 Milliarden Franken summieren.

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Die Hotellerie rechnet im Mai mit einer Auslastung von rund 9 Prozent.

Die Hotellerie rechnet im Mai mit einer Auslastung von rund 9 Prozent.

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Darum gehts

  • Eine Branchenumfrage in der Hotellerie zeigt, dass viele Unternehmen durch die Corona-Krise in der Existenz bedroht sind.
  • Bedroht ist vor allem die Westschweiz, das Tessin und die Region Basel.
  • Die Branchenverbände fordern finanzielle Unterstützung wie eine Anpassung der Mehrwertsteuer.

In der Schweizer Tourismusindustrie droht wegen der Corona-Krise eine Konkurswelle. 3200 Betriebe mit 30'000 Arbeitsplätzen sind in ihrer Existenz bedroht. Das ist das Ergebnis einer Branchenumfrage, die am Freitag publiziert worden ist.


Die Hotellerie rechnet im Mai mit einer Auslastung von rund 9 Prozent. In den Sommermonaten werden 20 bis 24 Prozent erwartet. Eine Hochrechnung aufgrund der Umfrageresultate kommt zum Schluss, dass sich die Verluste für den Schweizer Tourismus zwischen März und Juni auf 8,7 Milliarden Franken summieren könnten. Das schreiben die Branchenverbände in einer Mitteilung.


Trotz Kurzarbeitsentschädigung und Überbrückungskrediten droht vielen Betrieben das Aus. 23 Prozent der befragten Unternehmen schätzen das Konkursrisiko als hoch ein. Betroffen ist vor allem die Westschweiz, das Tessin und die Region Basel.


Die Branchenverbände fordern daher von der Politik die Ausweitung der finanziellen Unterstützung. Als Möglichkeit wird die «Anpassung der Mehrwertsteuer» genannt. Die Forderung, diese für die Tourismusbranchen für eine gewisse Zeit auszusetzen, steht schon länger im Raum. Zudem fordern die Branchenverbände Planungssicherheit im Hinblick auf die Sommersaison und ein Impulsprogramm, um die Nachfrage anzukurbeln.
Die Umfrage wurde von den Branchenverbänden HotellerieSuisse, GastroSuisse, Seilbahnen Schweiz und dem Verband Schweizer Tourismusmanager durchgeführt, zusammen mit Schweiz Tourismus und dem Institut Tourismus der Fachhochschule Westschweiz Wallis. 3500 Unternehmen beteiligten sich vom 20. bis 23. April an der Analyse zu ihrer aktuellen Lage.

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236 Kommentare
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Betty

13.05.2020, 08:20

Das Hotel auf dem Bild wird wohl nicht pleite gehen. Es sind die mit den schmuddeligen Zimmern für CHF 200.-- pro Nacht.

Jürg Schleker

12.05.2020, 08:33

Warum nicht einfach mit der Masse den Preis senken? Die Schweizer wollen hier Ferien machen, aber nicht bei den Preisen. Kommt 30% runter und spart nicht am Personal sondern bei anderen Dingen, optimiert die Abläufe, reduziert die Speisekarte "braucht es 30 Gerichte?", biet mal Kinderbetreuung an und und und. Liebe Hoteliers und Gastronome, hört auf das, was der Kunde gerne hätte und ja auch Ihr müsst untendurch.

brunschi

12.05.2020, 06:19

Es ist kein Schaden, wenn mal in dieser Branche mal aufgeräumt wird. Die Schweizer Hotelier sollen erst mal Freundlichkeit lernen. Vor lauter Gier vergessen viele "noch guten Tag" zu sagen. Mir gefällt es auch in Österreich und Südtirol.