Konferenz: Schweizer Idee stösst auf reges Interesse

Aktualisiert

KonferenzSchweizer Idee stösst auf reges Interesse

An der internationalen Konferenz für Biotreibstoffe in São Paulo ist die Intervention der Schweiz auf grosses Interesse gestossen: Steuererleichterungen im Austausch für die Einhaltung von Mindeststandards im Umweltschutz und bei den Menschenrechten.

Die Schweiz sei nach der Präsentation der schweizerischen Rechtsgrundlagen für eine Steuererleichterung im Zusammenhang mit Biotreibstoffen regelrecht überrannt worden, sagte Karin Siegwart vom Bundesamt für Umwelt (BAFU) der Nachrichtenagentur SDA am Freitag.

Staaten aus Afrika, Mittelamerika aber auch Neuseeland hätten sich für das Schweizer Programm interessiert, sagte die Leiterin der Schweizer Delegation. Die Schweiz sei das erste Land, das eine Steuererleichterung der Biotreibstoffe gesetzlich an ökologische und soziale Mindestanforderungen knüpft.

Die Schweizer Position - Mobilität ja, aber nicht auf Kosten von Umwelt, Nahrung und sozialer Wohlfahrt - sei vor allem von den europäischen Kollegen bekräftigt worden. Für die Notwendigkeit von multilateralen Verhandlungen hätten sich alle Teilnehmer ausgesprochen, sagte Siegwart.

Auch Gastgeber Brasilien habe sich offen für multilaterale Gespräche gezeigt. Gemäss dem Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) ist gerade für Brasilien der Zugang zu Märkten für Treibstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen von grosser Bedeutung.

Wirtschaftliche Interessen im Vordergrund

Siegwart sagte, Brasilien habe seinen Anbau von Zuckerrohr mit der Begründung verteidigt, es stehe noch genug Land zum Anbau von Nahrungsmitteln zur Verfügung. Auch die USA, welche aus Mais Treibstoff herstellen, hätten sich nicht bereit gezeigt, auf ein anderes Ursprungsprodukt umzusteigen.

Die handelspolitischen und wirtschaftlichen Interessen hätten denn auch im Vordergrund der Konferenz gestanden, sagte Siegwart. Die Menschenrechte seien an einer Gegenkonferenz angesprochen worden, zu der keine Regierungsvertreter zugelassen waren. (sda)

Deine Meinung