Aktualisiert 11.10.2017 16:35

Unechte FollowerSchweizer Insta-Stars – alles fake oder was?

Influencer werden nach Reichweite bezahlt. Doch laut einer Erhebung von SRF wird klar: Ein Drittel der Follower von untersuchten Schweizer Instagram-Stars sind unecht.

von
pam
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Sogenannte Influencer machen mit ihrer Reichweite in den sozialen Medien Kasse. SRF hat nun ausgewertet, wie viele Follower von 115 Schweizer Influencern echt sind. Fazit: 31 Prozent sind Fake-Profile. Bei der Instagrammerin Snezhana Mueller (im Bild) sind es gar 83 Prozent.

Sogenannte Influencer machen mit ihrer Reichweite in den sozialen Medien Kasse. SRF hat nun ausgewertet, wie viele Follower von 115 Schweizer Influencern echt sind. Fazit: 31 Prozent sind Fake-Profile. Bei der Instagrammerin Snezhana Mueller (im Bild) sind es gar 83 Prozent.

Instagram/snezhanamueller
Sie bezeichnet sich auf Instagram als «Singer und Model». Für 20 Minuten war Sie am Mittwoch nicht erreichbar.

Sie bezeichnet sich auf Instagram als «Singer und Model». Für 20 Minuten war Sie am Mittwoch nicht erreichbar.

Instagram/snezhanamueller
Im Durchschnitt befindet sich etwa Fitnessmodell Anja Zeidler mit 22 bis 28 Prozent Fake-Anteil. «Die Analyse zeigt klar, dass alle seriösen Accounts einen ähnlichen Anteil an Bots aufweisen. Das ist normal und uns Instagrammern schon lange bewusst», so Zeidler zu 20 Minuten.

Im Durchschnitt befindet sich etwa Fitnessmodell Anja Zeidler mit 22 bis 28 Prozent Fake-Anteil. «Die Analyse zeigt klar, dass alle seriösen Accounts einen ähnlichen Anteil an Bots aufweisen. Das ist normal und uns Instagrammern schon lange bewusst», so Zeidler zu 20 Minuten.

Instagram/anjazeidler

Sogenannte Influencer machen mit ihrer Reichweite in den sozialen Medien Kasse. Es gilt: Je mehr Leute ihnen folgen, desto attraktiver sind sie für Firmen, die ihre Produkte in den Beiträgen unterbringen wollen und dafür entsprechend zahlen.

SRF Data hat nun ausgewertet, wie viele real existierende Follower 115 Schweizer Instagram-Influencer haben. Insgesamt wurden sieben Millionen Follower überprüft. Fazit: Rund 31 Prozent der Personen, die den Influencern folgen, sind unecht – es handelt sich also um Profile, hinter denen keine reale Person steht.

Anja Zeidler: «Das ist normal und Instagrammern bewusst»

Im Durchschnitt befindet sich etwa Fitnessmodell Anja Zeidler mit 22 bis 28 Prozent Fake-Anteil. «Die Analyse zeigt klar, dass alle seriösen Accounts einen ähnlichen Anteil an Bots aufweisen. Das ist normal und uns Instagrammern schon lange bewusst», so Zeidler zu 20 Minuten. Sie nehme das sehr gelassen, da der absolute Grossteil von ihren Followern echte und aktive Menschen sind, was ihren Account nach wie vor zum grössten Fitnessaccount der Schweiz macht.

Der Anteil ist bei einigen Influencern aber noch deutlich höher: Snezhana Mueller, die sich auf Instagram als «Singer und Model» bezeichnet, kommt auf 76 bis 83 Prozent Fake-Follower. Für 20 Minuten war Sie am Mittwoch nicht erreichbar.

Experten sehen Handlungsbedarf

Fabian Plüss, Geschäftsführer der Agentur Kingfluencers, erstaunen die teils hohen Anteil Fake-Profile nicht. «Mehr Follower bedeutet bei professionellen Influencern in gewissem Masse auch mehr Einnahmen durch Werbung – da besteht die Verlockung, etwas nachzuhelfen.»

Er betont jedoch, dass insgesamt nur ein geringer Anteil der Schweizer Influencer einen grossen Anteil an Fake-Followern hätten. «Schlussendlich hat jeder Social-Media-Nutzer etwa einen Anteil von 10 Prozent unechten Followern.»

Die aufgedeckten Fälle zeigen laut Plüss, dass Firmen genau hinschauen müssten, mit welchen Influencern sie zusammenarbeiten. «Prüft man die Profile vorher nicht mit den nötigen Programmen auf unechte Follower, wirft man möglicherweise viel Geld zum Fenster hinaus.» Eine hohe Glaubwürdigkeit sei gerade mit Werbung via Influencer zentral, sagt Plüss. Deshalb prüfe seine Agentur mit sogenannten Tracking-Tools genau, ob ein Influencer, den man buchen wolle, einen hohen Anteil oder gar gekaufte Fake-Follower hat.

Einige Insta-Stars stellten ihr Profil bereits auf privat

Auch Social-Media-Experte Manuel Nappo erkärte gegenüber SRF, dass viele Fake-Follower nicht nur die Glaubwürdigkeit der Influencer kaputtmachten. «Sie sind auch schädlich für die Marken, weil sie diese Gefühl haben, eine gewisse Reichweite und ein gewisses Engagement zu kaufen.» Er geht davon aus, dass Influencer nun ihre Accounts bereinigen werden. Dies passierte bereits: Am Mittwoch stellten einige Influencer ihr Instagram-Profil auf privat.

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