Shanghai: Schweizer Journalist wird in festgenommen

Aktualisiert

ShanghaiVerwirrung um RTS-Journalist – Peuker soll nicht festgenommen worden sein

Michael Peuker berichtete live aus Shanghai, als er von drei Polizeibeamten umringt wurde. Der Schweizer Journalist wurde nach dem Beitrag abgeführt. 

von
Jonas Bucher

Michael Peuker berichtete live aus Shanghai, während er von Polizisten umzingelt wurde.

RTS/20min

Darum gehts

  • Ein RTS-Journalist ist in Shanghai kurzzeitig in Polizeigewahrsam genommen worden.

  • Michael Peuker berichtete Live über die Covid-Proteste.

  • Laut RTS wurde er erst nach minutenlangen Verhandlungen wieder freigelassen.

Michael Peuker, Korrespondent für Télévision Suisse Romande (RTS) in China, berichtete am Sonntag in der Nachrichtensendung von 19.30 Uhr aus der Millionenstadt Shanghai, wo gegen die Covid-Massnahmen demonstriert wurde. Die chinesische Polizei griff mitten in der Livesendung ein. Der Journalist sei kurzzeitig festgenommen worden, berichtet RTS. Die Ausrüstung sei zur Überprüfung beschlagnahmt, bevor sie zurückgegeben worden sei. 

Laut dem Sender wurde Peuker erst nach minutenlangen Verhandlungen wieder freigelassen. «Die Spannung hier ist auf dem Höhepunkt. Ein Beweis dafür ist, dass ich jetzt von drei Polizeibeamten umgeben bin», sagte er während der Livesendung. Er werde nach diesem Beitrag auf die Polizeistation abgeführt, erklärte er weiter.

Dieser Darstellung widerspricht SRF. Ein Radiokorrespondent des Schweizer Radio und Fernsehen teilt mit, dass Peuker sich lediglich habe ausweisen müssen. Der RTS-Journalist sitze jetzt «unbehelligt, aber ziemlich müde» neben ihm im Büro.

Proteste gehen am Montag weiter

Die chinesische Polizei habe nach Angaben eines Journalisten der Nachrichtenagentur AFP am Montag zwei weitere Demonstranten in Shanghai festgenommen. An dem Ort hatten sich am Wochenende Demonstranten versammelt, um gegen Corona-Lockdowns zu protestieren und grössere politische Freiheiten zu fordern. Auf die Frage, warum eine der Personen abgeführt wurde, antwortete ein Polizist der AFP, «weil er sich nicht an unsere Anweisungen gehalten hat», und verwies den Reporter an die örtliche Polizei. 

Proteste im Shanghai am Sonntag.

20min

Als Reaktion auf die zunehmenden Proteste haben die staatlichen Behörden am Montag offenbar sämtliche Berichte dazu in chinesischen Online-Netzwerken gelöscht. Die Wut über die strikte Null-Covid-Politik in China hatte sich in den vergangenen Tagen in landesweiten Protesten entladen. Auslöser war ein Wohnhausbrand mit zehn Toten am vergangenen Donnerstag in Urumqi in der nordwestchinesischen Region Xinjiang.

BBC-Reporter von Polizei misshandelt

Am Sonntag ist ein britischer Journalist verhaftet worden, der über die Proteste in Shanghai berichtet hat. Die BBC zeigt sich «extrem besorgt». 

Ed Lawrence, der festgenommen und in Handschellen gelegt wurde,  sei bei der Festnahme von Polizisten geschlagen und getreten worden, obwohl er als Journalist akkreditiert gewesen sei. Erst Stunden später sei auch er wieder freigelassen worden.

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Hier findest du Hilfe:

Long Covid Kids Schweiz, Selbsthilfegruppe für betroffene Kinder und Jugendliche und deren Eltern

Altea, Long-Covid-Netzwerk Schweiz

Long Covid Schweiz, Verein von Betroffenen für Betroffene

Verband Covid Langzeitfolgen, Anlaufstelle für rechtliche Fragen rund um Long Covid

Rafael, interaktive Informations- und Austauschplattform vom Unispital Genf (französisch)

Health4Future, digitale Plattform zur Erschliessung von Long Covid

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