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Brauner TerrorSchweizer Justiz untersucht Nazi-Morde

Die Schweizer Behörden haben ein eigenes Ermittlungsverfahren im Zusammenhang mit der Zwickauer Terrorzelle NSU eingeleitet. Dabei dürfte es um die Frage gehen, wie die Mordwaffe nach Deutschland gelangte.

Die Schweizer Justiz führt im Zusammenhang mit der Zwickauer Terrorzelle «Nationalsozialistischer Untergrund» (NSU) ein eigenes Ermittlungsverfahren durch. Wie die «Frankfurter Allgemeine SonntagsZeitung» unter Berufung auf Sicherheitskreise berichtet, geht es dabei um die Tatwaffe, eine Ceska 83, die die Rechtsterroristen bei Morden an acht türkischen und einem griechischen Migranten in den Jahren 2000 bis 2006 benutzten. Die Waffe gelangte über die Schweiz in die Hände des NSU.

Justizbehörden in Bern wollten das Ermittlungsverfahren gegenüber der Zeitung nicht offiziell bestätigen. Der Generalbundesanwalt in Karlsruhe bereite ein Rechtshilfeersuchen an die Schweiz vor.

Nach Informationen des Blattes konnte die Schweizer Polizei von 24 Waffen des Typs Ceska 83, die 1993 in die Schweiz geliefert wurden, in den vergangenen Jahren 16 ausfindig machen. Der Verbleib von acht Waffen, darunter die gesuchte Tatwaffe, sei trotz einer Reihe von Hausdurchsuchungen und öffentlicher Fahndung ungeklärt. (dapd)

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