Krieg in der Ostukraine: Schweizer kämpft für Neonazi-Miliz
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Krieg in der OstukraineSchweizer kämpft für Neonazi-Miliz

Seit längerem ist ein Genfer Mitglied einer militanten Gruppierung. Der Nachrichtendienst des Bundes schweigt dazu.

von
Nicolas Saameli
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Gewalttätige Miliz: Mitglieder der Carpathian Sich in der Ukraine.

Gewalttätige Miliz: Mitglieder der Carpathian Sich in der Ukraine.

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Darum gehts

  • Ein Schweizer kämpft im Ukraine-Konflikt.
  • Der Mann ist Mitglied einer Neonazi-Gruppe.
  • Das Dienen in fremden Armeen ist Schweizern untersagt.

Ein Genfer Neonazi kämpft als Mitglied einer gewalttätigen Neonazi-Gruppe in der Ukraine. Das zeigen Recherchen des «SonntagsBlick».

Der Mann soll seit Jahren Mitglied der Gruppe Carpathian Sich sein und mit der gewalttätigen Miliz C14 Trainingslager in der Ukraine besuchen. C14 soll unter anderem für Übergriffe auf Roma-Camps verantwortlich sein. 2018 wurde bei einem solchen Angriff ein 24-jähriger Mann erstochen und mehrere Personen – darunter ein zehnjähriger Junge – verletzt, wie BBC berichtet.

Der vergessene Krieg

Ob der Nachrichtendienst des Bundes (NDB) gegen den Genfer ermittelt, ist unklar. «Der NDB verfolgt die Entwicklung in der Ostukraine und im Bereich des gewalttätigen Extremismus gemäss seinem gesetzlichen Auftrag», sagt Sprecherin Lea Rappo. Mehr nicht.

Schweizer Bürgern ist es gemäss Artikel 94 des Militärgesetzes verboten, ohne Erlaubnis des Bundesrats in fremden Armeen zu dienen oder andere Schweizer für solche Tätigkeiten anzuwerben. Bereits 2015 wurde ein Tessiner von der Militärjustiz verurteilt, weil er sich am Ukraine-Konflikt beteiligt hatte.

In den ukrainischen Regionen Donezk und Luhansk tobt seit der Maidan-Revolution von 2014 ein Krieg. Prorussische Separatisten haben – unterstützt durch Russland – in beiden Gebieten sogenannte Volksrepubliken ausgerufen und kämpfen seither für die Abspaltung von der Ukraine.

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