Aktualisiert 30.07.2014 08:42

Start geglückt

Schweizer Kamera ist unterwegs zur ISS

Heute Morgen ist eine Trägerrakete zur Internationalen Raumstation ISS gestartet. Mit an Bord: eine Kamera, die das Verglühen des Raumfrachters filmen soll.

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fee

«Georges Lemaître» heisst der ATV-5-Raumtransporter, den eine Ariane-5-Rakete ins All bringt. Geladen hat er unter anderem drei Tonnen Treibstoff für die ISS, 850 Liter Trinkwasser und 2,6 Tonnen Lebensmittel. Die Gesellschaft Arianespace übertrug in der Nacht zum Mittwoch Aufnahmen vom Start, der um 1.47 Uhr (MESZ) erfolgte.

Zum wissenschaftlichen Teil der Ladung des letzten ATV (Automated Transfer Vehicle) gehört auch eine Kamera, die vom Unternehmen Ruag Space in Zürich gebaut wurde. Sie soll die letzten Momente des Raumfrachters filmen, wenn dieser nach vollbrachtem Einsatz wieder in die Erdatmosphäre eintritt und verglüht, wie die Firma mitteilte.

Feuriges Ende wird gefilmt

Das automatische Andockmanöver des ATV-5 an die ISS ist für den 12. August geplant. Der Raumtransporter ist zehn Meter lang, hat einen Durchmesser von 4,5 Metern und wiegt 20 Tonnen. Er enthält auch Ersatzteile und eine Pumpe zum Recycling von Wasser. Wenn der Raumtransporter wieder von der ISS abdockt, soll er Müll mitnehmen und zusammen mit diesem beim Wiedereintritt in die Atmosphäre verglühen.

Die Schweizer Infrarotkamera soll dokumentieren, wie sich die innere Struktur des ATVs erhitzt, bevor er aufgrund der Reibungshitze und des Luftwiderstands auseinanderbricht und verglüht. Die Kamera übermittelt ihre Aufnahmen an eine Kommunikationseinheit, die dank einer kugelförmigen Ummantelung aus Keramik vor der grossen Hitze geschützt wird.

Bevor die Keramikkugel ins Meer fällt, sendet sie die Videoaufnahmen über Satelliten zur Erde. Die Auswertung übernimmt die Ruag Space in Zusammenarbeit mit der ETH Zürich.

Schweizer Know-how an Bord

Die Videoaufnahmen sollen Aufschluss darüber geben, was beim Auseinanderbrechen eines grossen Raumfahrzeugs genau geschieht. Dieses Wissen wird dabei helfen, auch grosse Satelliten und Raumfahrzeuge so zu bauen, dass sie am Ende ihrer Lebensdauer beim Wiedereintritt in die Atmosphäre vollständig verglühen.

Die Ruag Space hat ausserdem auch die zentrale Grundstruktur des ATVs gebaut, die besonders leicht sein musste. Von der Firmal APCO in Aigle VD stammen Schutzplatten gegen Einschläge von Mikrometeoriten und Weltraumschrott. Die Firma Syderal in Gals BE steuert elektronische Komponenten zur Temperaturregelung bei, die Basler Firma Clemessy weitere Elektronikbauteile. (fee/sda)

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