Aktualisiert 06.05.2020 12:50

Erstmals 10 Prozent Marktanteil

Schweizer kaufen Bio-Lebensmittel für 377 Franken pro Jahr

Ob Frische- oder Convenience-Produkte: Konsumenten setzen vermehrt auf Bio-Produkte. In der Corona-Krise ist die Nachfrage nochmals gestiegen.

von
Fabian Pöschl
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Im Schnitt gaben Schweizer Konsumenten im vergangenen Jahr 377 Franken für Bio-Lebensmittel aus.

Im Schnitt gaben Schweizer Konsumenten im vergangenen Jahr 377 Franken für Bio-Lebensmittel aus.

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Der Umsatz mit Bio-Lebensmitteln stieg 2019 im Vergleich zum Vorjahr um 5,6 Prozent auf 3,2 Milliarden Franken.

Der Umsatz mit Bio-Lebensmitteln stieg 2019 im Vergleich zum Vorjahr um 5,6 Prozent auf 3,2 Milliarden Franken.

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 Bei Eiern beträgt der Bio-Anteil in der Schweiz fast ein Drittel (28,7 Prozent).

Bei Eiern beträgt der Bio-Anteil in der Schweiz fast ein Drittel (28,7 Prozent).

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Darum gehts

  • Der Dachverband Bio Suisse sprach an der Jahresmedienkonferenz über die steigende Nachfrage nach Bio-Lebensmitteln.
  • Erstmals mehr als 10 Prozent der verkauften Lebensmittel in der Schweiz sind Bio.
  • In der Corona-Krise steigt die Nachfrage vor allem nach Bio-Milch und -Butter.

Bio ist in. In einer Demoscope-Umfrage sagte jeder Dritte Befragte, dass Nachhaltigkeit eine grosse Bedeutung für ihn habe. Vor zwei Jahren war es noch jeder Sechste. Diese Entwicklung spiegelt sich auch im Kaufverhalten. Jeder vierte Konsument in der Schweiz kauft mehrmals monatlich Bio-Lebensmittel.

Im Schnitt gaben Schweizer Konsumenten im vergangenen Jahr 377 Franken für Bio-Lebensmittel aus, wie der Dachverband Bio Suisse an seiner Jahresmedienkonferenz am Mittwoch bekannt gab. Der Umsatz mit Bio-Lebensmitteln stieg 2019 im Vergleich zum Vorjahr um 5,6 Prozent auf 3,2 Milliarden Franken.

Convenience, aber Bio

Der Marktanteil von Bio-Produkten betrug erstmals mehr als zehn Prozent. Frisches Gemüse und Früchte führen die Beliebtheitsrangliste bei Bio-Produkten nach wie vor klar an. Gross ist der Bio-Anteil aber auch bei den Eiern, wo fast jedes dritte Ei den Richtlinien der Knospe entspricht (siehe Bildstrecke).

Erstmals ist der Bio-Anteil in der Westschweiz leicht höher als in der Deutschschweiz. Laut Bio-Suisse-Geschäftsführer Balz Strasser legte der Verkauf von Bio-Lebensmitteln aber in fast allen Bereichen und Landesteilen zu.

Auch im Convenience- und Fertigprodukte-Bereich steigt die Bio-Nachfrage. Bei den verpackten Konsumgütern wie der Fertigpizza liegt der Bio-Anteil zwar erst bei 7,4 Prozent, dafür ist das Wachstum in diesem Segment fast dreimal so gross wie bei den Frischeprodukten, so Bio-Suisse-Marketingleiter Jürg Schenkel.

Bio in der Kantine

Durch die hohe Nachfrage stieg auch das Angebot. Insgesamt produzieren 7300 Betriebe in der Schweiz und Liechtenstein nach den Richtlinien der Knospe. Das sind 300 mehr als im Vorjahr. Dadurch überstieg die Produktion die Nachfrage etwa bei der Milch.

In der Corona-Krise ist das nun Vergangenheit. Aufgrund der aussergewöhnlich hohen Nachfrage nach Milch und vor allem Butter beschlossen die Milchorganisationen Anfang April, die Wartelisten für Bauern, die ihren Betrieb auf Bio umstellen, per 1. Juni aufzuheben.

Der Dachverband plant im laufenden Jahr zudem verschiedene Massnahmen, um Bio-Lebensmittel weiter zu fördern. So soll Bio langfristig auch in Kantinen und Restaurants erhältlich sein. «Bio soll sich weiter etablieren und zur Normalität werden», sagte Geschäftsführer Balz Strasser.

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38 Kommentare
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Bartli

20.05.2020, 11:13

@Franz K. Ich schätze Bioprodukt, kaufe gelgt. auch Nichtbio. Mein Entscheid, meine Budgeverwaltung. Etwas Mehrkosten für Mehrarbeit, dafür giftrei. Muss sich ja keiner überfressen. So gleicht sich die Ausgabe aus. Bevormundungen und versuchte Fremdbestimmungen habe ich satt. Ich entscheide. Ich verwalte mein Budget, gilt auch für andere Belange. Fremdbestimmung nein! Mein Denken, mein Handeln ist meines. Das soll frei bleiben, als gut wie möglich.

Bartli

20.05.2020, 10:45

Was als Bio verkauft, sollte im Grunde normal sein. Richtig müsste es heissen, Giftfreie Nahrung.

Kurtli

11.05.2020, 13:16

Falsch, Schweizer zahlen Bio Preise für Produkte, müsste es heissen. BIO egal aus welchem Land in den Supermarkt gekarrt, nützt der Umwelt nichts. Wo BIO draufsteht werden auch BIO-Preise verlangt, egsl was drin ist.