Aktualisiert 05.01.2011 12:28

2010

Schweizer kaufen deutlich mehr Autos

In der Schweiz wurden im letzten Jahr 294 239 Neuwagen in Verkehr gesetzt. VW führt die Liste der meistverkauften Marken weiterhin an. Audi verliert den 2. Rang.

Nach der Zurückhaltung während der Rezession haben sich viele Schweizer 2010 wieder ein neues Auto geleistet. Die Zahl der Immatrikulationen von Neuwagen kletterte um 10,6 Prozent auf 294 239. Damit liegen die Verkäufe nicht nur über dem Stand von vor der Auto-Krise in Europa und Nordamerika. Es ist gar die höchste Zahl seit 2002, wie die Vereinigung Schweizer Automobilimporteure (auto-schweiz) am Mittwoch mitteilte.

«Das ist ein höchst erfreuliches Resultat, das wir in diesem Ausmass nicht einfach a priori erwarten durften», wird auto-schweiz Direktor Andreas Burgener zitiert. 2009 hatten die Neuwagenverkäufe in der Schweiz noch um 7,8 Prozent abgenommen.

Zu den grössten Verlieren gehörte damals die vom Aus bedrohte Marke Opel mit einem Absatzeinbruch um fast ein Viertel. Der deutschen GM-Tochter gelang allerdings dank Staatshilfe die Trendwende. Auch in der Schweiz konnte Opel 2010 wieder um 15,7 Prozent zulegen. Mit 16 305 Neuwagen ist Opel die viertstärkste Marke.

VW und Renault als Spitzenreiter

Unangefochtene Nummer 1 bleibt Volkswagen: der Absatz stieg um 14,8 Prozent auf 33 839 Fahrzeuge. Die Marke liegt damit zum elften Mal in Serie an der Spitze, wie der Autoimporteur AMAG festhält. Die Modellreihe Golf stehe gar zum 35. Mal auf Platz 1.

Neue Nummer 2 der Automarken ist Renault mit einer Zunahme um 13,2 Prozent auf 17 046 Autos. Zusätzlich zu diesem Rekordergebnis freut sich der französische Konzern über den Erfolg seiner Billigmarke Dacia, die 4966 Wagen verkaufen konnte. Dies bedeutet eine Rekordzunahme von 128,1 Prozent.

Bei den Autokäufern mit dickem Porte-Monnaie sind insbesondere die Wagen von Porsche beliebter. Der Absatz der Stuttgart-Zuffenhausener kletterte um 39,6 Prozent auf 1843.

Die Premiummarke Audi konnte nach starkem Wachstum in den Vorjahren nur um 0,7 Prozent zulegen und fiel mit 16 910 Immatrikulationen auf Platz 3 der Marken. Nach vorne preschen konnte Peugeot mit einem Wachstum von 27,2 Prozent auf 15 019 Neuwagen.

Grössere Einbussen verzeichneten Lancia (-24,1 Prozent) und Dodge (-19,2 Prozent). Auch Fiat (-2,8 Prozent) und Toyota (-1,6 Prozent) mussten wie im Vorjahr Absatzrückgänge hinnehmen.

Gefragte Diesler

Fast jedes dritte verkaufte Auto (89 467) verfügt inzwischen über einen Dieselmotor, gegenüber dem Vorjahr nahm der Absatz um 14,3 Prozent zu. Auch der Trend zum Allradantrieb hält an (+18,6 Prozent auf 81 954). Alternativ-Antriebe blieben mit 5456 Fahrzeugen (-1,7 Prozent) dagegen eine kleine Nische.

Für 2011 zeigt sich auto-schweiz optimistisch. Angesichts des wiedergewonnenen Vertrauens der Konsumenten in die wirtschaftliche Situation der Schweiz gelte es, diesen Schwung auszunützen und das neue Jahr ähnlich erfolgreich zu gestalten.

Der positive Trend hat bis zuletzt angehalten: Im Dezember nahm die Zahl der Neuwagen-Immatrikulationen um 17,6 Prozent zu auf 28 379. Es war der grösste Monatsanstieg im vergangenen Jahr, knapp vor dem Juni-Plus von 17,5 Prozent. (sda)

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