Ägypten: Schweizer kaufen in Ferien misshandelten Esel frei
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ÄgyptenSchweizer kaufen in Ferien misshandelten Esel frei

Eine Gruppe von Schweizern traf in Ägypten auf einen verwahrlosten Esel. Die Touristen setzten alles daran, dem Tier zu helfen.

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vro/dk
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Der Anblick dieses misshandelten und verwahrlosten Esels ging Ägypten-Touristen aus der Schweiz nahe. Gemeinsam wollten sie ihn vor seinem Peiniger retten.

Der Anblick dieses misshandelten und verwahrlosten Esels ging Ägypten-Touristen aus der Schweiz nahe. Gemeinsam wollten sie ihn vor seinem Peiniger retten.

Nachdem sie dem Besitzer 800 Euro gezahlt haben, kam der Esel in das Brooke Hospital for Animals. Dort werden Esel und Pferde behandelt und gepflegt.

Nachdem sie dem Besitzer 800 Euro gezahlt haben, kam der Esel in das Brooke Hospital for Animals. Dort werden Esel und Pferde behandelt und gepflegt.

Facebook/Brooke Hospital
Dort soll er bleiben, bis er ausreisen darf. Eine Tierschützerin warnt jedoch, dass diese Lösung für den Esel kein Happy End sein dürfte, da das Tierspital sein Angebot gestrafft hat und andere Verterinäre weniger zuverlässig seien.

Dort soll er bleiben, bis er ausreisen darf. Eine Tierschützerin warnt jedoch, dass diese Lösung für den Esel kein Happy End sein dürfte, da das Tierspital sein Angebot gestrafft hat und andere Verterinäre weniger zuverlässig seien.

Facebook/Brooke Hospital

In der Nähe der Pyramiden von Gizeh fiel den Schweizern ein Esel auf, der völlig abgemagert und verwahrlost wirkte. Er wies Anzeichen von Folter auf und hatte mehrere Verletzungen, schreibt «Egypt Independent». Die Schweizer wollten dem Tier helfen und entschieden sich, den Esel in die Schweiz fliegen zu lassen, um ihn dort aufzupäppeln.

Das Tier aus den Händen seines Peinigers zu befreien, war jedoch nicht so einfach. Die Schweizer boten dem Mann Geld, doch er habe abgelehnt. Also wandten sich die Touristen an die Polizei. Diese half den Schweizern, mit dem Eselbesitzer zu einer Einigung zu kommen: Für rund 925 Franken durften sie den Esel mitnehmen.

«Hätten nicht bezahlen sollen»

Der Esel wurde in einem Tierspital in Ägypten untergebracht, das sich auf die Behandlung von Eseln und Pferden spezialisiert hat. Dort sollte er bleiben, bis er ausreisen darf. Die Touristen haben auch versucht, gegen den Besitzer rechtlich vorzugehen: Sie warfen ihm Folter vor, wie der Präsident eines Tierschutzvereins dem Portal sagte. Laut «Al Arabiya» wollte der Besitzer gleich mit dem Esel in die Schweiz reisen und bot sich als Pfleger an. Die Schweizer sollen ihm aber erklärt haben, dass er in der Schweiz wegen Tierquälerei vor Gericht kommen würde.

Doch so herzerwärmend die Geschichte auch klingt, glaubt Mona Khalil, Leiterin der Animal Welfare Society, nicht an ein Happy End. Die Schweizer hätten den Betrag nicht bezahlen sollen, sagt sie. Denn das Tierspital, in dem der Esel untergebracht wurde, habe das Aufenthaltsprogramm gestrichen. «Und andere Verterinärstationen arbeiten normalerweise nachlässig in Bezug auf Behandlung und Pflege von Eseln.» Derzeit ist das Tier bei einer ägyptischen Tierschutzorganisation untergebracht, wie es beim Tierspital heisst.

Esel darf nicht direkt eingeführt werden

Die Einfuhr eines Esels aus Ägypten ist sehr schwierig, erklärt Eva van Beek, Sprecherin des Bundesamts für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen. Der Import ist nur aus einem bestimmten Gebiet möglich. Zusätzlich müssen der Herkunfts- sowie der Bestimmungsbetrieb in dem internationalen System «Trade Control and Expert System» (TRACES) erfasst sein und es braucht eine Gesundheitsbescheinigung. Da keine direkte Einfuhr in die Schweiz möglich ist, muss das Tier über die EU eingeführt werden. An der EU-Grenzkontrollstelle wird das Tier untersucht und die Gesundheitsbescheinigung überprüft. Erst dann wird ein sogenanntes «Gemeinsames Veterinärdokument für die Einfuhr» ausgestellt und das Tier kann in die Schweiz einreisen.

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