Aktualisiert 18.05.2020 18:23

Sofas, Stühle, Trauringe

Diese Artikel wurden nach dem Lockdown am meisten gekauft

Die Konsumenten gehen wieder in Läden auf Shoppingtour. Kurz nach der Wiederöffnung gab es etwa einen Run auf Sofas, Stricknadeln und Eheringe, wie Zahlen von Coop zeigen. Ein Überblick über die Produkte, die am häufigsten über die Theke gehen.

von
Dominic Benz, Barbara Scherer
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Shopping ist in Schweizer Läden wieder möglich. Das sind laut Coop die am meisten verkauften Artikel:

Shopping ist in Schweizer Läden wieder möglich. Das sind laut Coop die am meisten verkauften Artikel:

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Das Möbelhaus Livique…

Das Möbelhaus Livique

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… verkaufte in den ersten vier Tagen nach dem Lockdown fünfmal mehr Sofas als sonst.

… verkaufte in den ersten vier Tagen nach dem Lockdown fünfmal mehr Sofas als sonst.

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Darum gehts

  • Die Schweizer können wieder in alle Läden shoppen gehen.
  • In den ersten Tagen nach dem Lockdown gab es einen Run auf gewisse Produkte.
  • Coop verkaufte etwa fünfmal mehr Sofas. Auch Verlobungs- und Eheringe verkauften sich viel mehr als sonst.
  • Welche Produkte am meisten gekauft wurden, sehen Sie in der Bildergalerie.

In der Schweiz haben nach der zweiten Lockdown-Lockerung am 11. Mai wieder alle Läden geöffnet. Konsumenten sind also nicht mehr ausschliesslich auf den Onlinehandel angewiesen. Das grosse Shoppen ist jetzt wieder in der Realität möglich.

Doch auf welche Artikel stürzen sich die Menschen in den ersten Tagen der Wiederöffnung? Antworten liefern die Verkaufszahlen von Coop. So hat sich der Absatz von etlichen Produktkategorien vervielfacht: «Zum Beispiel bei Produkten wie Erde, Blumen oder auch beim Batteriewechsel bei Uhren», sagt ein Coop-Mediensprecher.

Eheringe und Sofas waren gefragt

Einen Run in den ersten vier Tagen nach dem Lockdown gab es bisher auch auf Sofas. So gingen im Coop-Möbelhaus Livique fünfmal mehr Sofas weg als sonst in diesem Zeitraum. Auch Gartenlounges gehören zu den Top-Artikeln. Davon wurden ebenfalls fünfmal so viel verkauft wie sonst. Stückmässig griffen die Konsumenten am meisten bei Stühlen zu .

Auch beim Schmuck- und Uhrengeschäft Christ schnellten die Verkaufszahlen bei gewissen Artikeln in die Höhe. So gingen doppelt so viele Verlobungs- und Eheringe über die Theke als sonst. Sehr stark gefragt war auch Schmuck für Kinder.

Welche Produkte sonst noch am meisten geshoppt wurden nach dem Lockdown, sehen Sie in der Bildergalerie oben.

Es gibt nicht mehr Rabatte

Bei Coop erwartet man, dass dieser Trend noch eine Weile anhält. Trotz dem Ansturm auf gewisse Produkte könnten die Verluste, die in den Lockdown-Wochen entstanden sind, aber nicht kompensiert werden, heisst es auf Anfrage.

Um Kunden noch mehr zum Konsum zu verleiten, setzen gewisse Händler nun vermehrt auf Aktionen und Rabatte. Von dieser Strategie sieht Coop aber ab und fährt fort wie vor dem Lockdown: Aktionen würden wie vor der Schliessung in allen Formaten vorzufinden sein, sagt ein Mediensprecher.

2000 Franken gespart

Dass Konsumenten ein Nachholbedürfnis beim Shoppen haben, könnte daran liegen, dass viele durch den Lockdown weniger Geld ausgegeben haben. Obwohl allgemein die Einkommen gesunken sind, konnten viele etwas auf die Seite legen. Laut aktuellen Berechnungen der Credit Suisse haben die Schweizer Haushalte im Schnitt 2000 Franken mehr als sonst gespart.

Die geschlossenen Läden haben laut der Grossbank zu Minderausgaben von 12 Milliarden Franken innert zwei Monaten geführt. Zwar sind die Menschen hierzulande noch immer nicht ganz so konsumfreudig wie früher. Doch sie dürften in den kommenden Monaten Käufe im Umfang von bis zu 5,5 Milliarden Franken nachholen, so die Credit Suisse – vorausgesetzt, dass eine baldige Rückkehr nahe an die Normalität möglich ist.

Kunden anlocken

Grosse Rabattschlacht

Die Läden wollen die Nachfrage der Konsumenten wieder ankurbeln. Für Experten ist klar: Das dürfte mit einer Rabattschlacht geschehen, zumal die Lager übervoll sind.

«Kleider dürften günstiger werden, vor allem bei Fast-Fashion-Anbietern – die sind auf einen hohen Warendurchsatz angewiesen und wechseln die Kollektion teils alle paar Wochen», sagt Ökonom Tilman Slembeck von der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) zu 20 Minuten.

Dass Konsumenten während der Krise mehr online eingekauft haben, ist ein weiterer Grund für die stationären Geschäfte, jetzt Rabatte zu gewähren, sagt UBS-Ökonom Alessandro Bee: «Es geht nicht nur darum, die Lager zu leeren, sondern auch darum, die Leute vom Computer wieder in die Läden zu locken.»

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56 Kommentare

MrG

19.05.2020, 03:45

Das ganze Oberflächliche Elend. Hauptsache kaufen, kaufen und konsumieren. Es ist zum k... was in diesem Land abgeht.

Kurse könnten helfen

19.05.2020, 04:27

Es wäre gut, wenn sich die Menschen für Bildung interessieren. Kurse in Orthographie täten gut, hier ist Nachholbedarf.

Maria

19.05.2020, 04:45

Die Läden hatten nur ca 7 Wochen geschlossen , und schon dreht die konsumsüchtige Gesellschaft durch!!! Traurig wie materialistisch die Menscheit ist!!!!! Einfach nur widerlich!!?