Aktualisiert 23.09.2011 22:39

Gaming-Markt im UmbruchSchweizer kaufen weniger Videogames

In der Schweiz verkauften sich PC- und Konsolenspiele im ersten Halbjahr schleppend. Die Branche hofft nun auf das Weihnachtsgeschäft und den Boom bei den Smartphone- und Online-Spielen.

von
owi
Der Schweizer Gaming-Markt wächst nur dank dem Zuwachs bei den Smartphone- und Online-Games.

Der Schweizer Gaming-Markt wächst nur dank dem Zuwachs bei den Smartphone- und Online-Games.

Im ersten Halbjahr 2011 waren die Verkäufe der PC- und Konsolengames in der Schweiz im Vergleich zur Vorjahresperiode erneut rückläufig, schreibt der Branchenverband SIEA in einer Medienmitteilung. Die Spiele-Branche sieht sich bereits seit 2008 mit sinkenden Umsätzen bei den Spielkonsolen konfrontiert.

Die aktuellen Konsolen von Nintendo, Sony und Microsoft haben mehrere Jahre auf dem Buckel und der Markt scheint zunehmend gesättigt. Für das zweite Halbjahr und vor allem für das Weihnachtsgeschäft trotzdem vorsichtig optimistisch zeigt sich Peter Züger, Präsident der SIEA: «Viele Top-Titel werden das Spielesortiment bereichern und die Verkäufe ankurbeln.» Die Game-Branche macht den Hauptteil ihres Umsatzes in der Vorweihnachtszeit. Kommende Kassenschlager wie der Ego-Shooter «Call of Duty: Modern Warfare 3» oder das Abenteuerspiel «The Legend of Zelda - Skyward Sword» werden voraussichtlich weltweit millionenfach unter dem Weihnachtsbaum liegen.

Handy- und Online-Games im Aufwind

Im Vergleich zum ersten Halbjahr 2010 kauften Herr und Frau Schweizer rund sieben Prozent weniger Spielkonsolen sowie PC- und Konsolengames.

Trotz der temporären Flaute bei PC- und Konsolenspielen verzeichnet der Gaming-Markt insgesamt ein kontinuierliches Wachstum. Allerdings finden gewisse Verschiebungen in Richtung Spiele für Smartphones und Online-Spiele statt, die nicht über den Ladentisch verkauft werden und somit nicht in den SIEA-Marktzahlen erfasst sind. Insbesondere die Browserspiele auf sozialen Netzwerken wie Facebook oder Google+ verzeichnen ein Millionenpublikum.

Im laufenden Jahr hat sich auch der Anteil der mobilen Konsolen deutlich erhöht: So war im zweiten Quartal beinahe jede zweite verkaufte Konsole ein Handheld. Dieses Wachstum ist vor allem auf die Einführung des Nintendo 3DS zurückzuführen. Dank dem 3D-Display können Spiele erstmals in der dritten Dimension gespielt werden, ohne dass hierfür eine spezielle Brille benötigt wird.

Bei den portablen Konsolen konnte Nintendo seine Dominanz weiter ausbauen. Der Nintendo DS und der neue 3DS gingen zusammen 42 000 Mal über die Ladentheke. Sony konnte 13 000 Einheiten seiner PlayStation Portable (PSP) verkaufen.

PS3 vor Wii und Xbox 360

Im ersten Halbjahr 2011 hat sich in der Schweiz die PlayStation 3 von Sony mit 38 000 Geräten am besten verkauft. Der einstige Marktführer Nintendo konnte nur noch 22 000 Wii-Konsolen absetzen. Auf dem dritten Rang, als einziger Konsolen-Hersteller im Plus, befindet sich Microsoft. Wohl auch dank der neuen Bewegungssteuerung Kinect, die viele Gelegenheitsspieler anspricht, verkaufte sich die Xbox 360 rund 15 000 Mal, was einer Zunahme von elf Prozent entspricht.

Nebst dem Hardware-Markt ist auch der Software-Markt rückläufig. Insgesamt wurden im ersten Halbjahr noch 1,45 Millionen Games verkauft. Davon 57 Prozent für Heimkonsolen, 22 Prozent für portable Konsolen und 21 Prozent für den PC. Spiele, die als Download-Titel gekauft wurden, sind in diesen Zahlen nicht enthalten.

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