Aktualisiert 17.07.2016 08:56

TourismusSchweizer kehren Türkei den Rücken

Aufgrund der Situation in der Türkei ändern viele Schweizer ihre Ferienpläne. Sie bevorzugen sichere Gebiete im Westen wie Portugal und Spanien – oder bleiben in der Schweiz.

von
foa
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Als ihr Stützpunkt von Bürgern und Polizisten beschossen worden sei, hätten sie um ihr Leben gefürchtet und seien geflohen, gaben die acht geflohenen Türken zu Protokoll: Ein türkischer Offizier (mit verhülltem Gesicht) wird zum Gericht in Alexandroupolis geführt. (21. Juli 2016)

Als ihr Stützpunkt von Bürgern und Polizisten beschossen worden sei, hätten sie um ihr Leben gefürchtet und seien geflohen, gaben die acht geflohenen Türken zu Protokoll: Ein türkischer Offizier (mit verhülltem Gesicht) wird zum Gericht in Alexandroupolis geführt. (21. Juli 2016)

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Asylgesuch an Griechenland: Einer der türkischen Offiziere (M.), der nach dem Putschversuch nach Griechenland flüchtete (27. Juli 2016).

Asylgesuch an Griechenland: Einer der türkischen Offiziere (M.), der nach dem Putschversuch nach Griechenland flüchtete (27. Juli 2016).

Keystone/Yorgos Karahalis
Die Justiz hatte schon kurz nach der Flucht ein erstes Urteil gefällt: Ein Polizist führt einen der geflohenen Soldaten ins Gericht in Alexandroupolis.

Die Justiz hatte schon kurz nach der Flucht ein erstes Urteil gefällt: Ein Polizist führt einen der geflohenen Soldaten ins Gericht in Alexandroupolis.

AFP/Sakis Mitrolidis

Der Putschversuch in der Türkei von Samstagnacht schadet der Türkei als Feriendestination erheblich – zumal das Land schon vorher zu kämpfen hatte. Der Reiseanbieter Hotelplan verzeichnet dieses Jahr etwa 70 Prozent weniger Gäste in der Südtürkei. Hotelplan-Mediensprecherin Prisca Huguenin-dit-Lenoir führt gemäss «Schweiz am Sonntag» diesen markanten Einbruch vor allem auf die vielen Anschläge zurück. Allein seit vergangenem Juli kam es im Raum Istanbul zu 18 Attacken.

«Auch wenn die Südtürkei Hunderte von Kilometern entfernt liegt, verunsichern die Vorfälle», lässt sie sich zitieren. Es sei eine «gewisse Verunsicherung» zu spüren, sagt auch Kuoni-Sprecher Marcel Schlatter der Zeitung. Allerdings, so Schlatter, verzichten Schweizer nicht auf Ferien, sondern weichen in sicher erscheinende Destinationen aus. So werden Ferien vermehrt am westlichen statt östlichen Mittelmeer gebucht.

«Zurück zur Natur»-Trend

Am beliebtesten ist dieses Jahr sowohl bei Hotelplan als auch bei Kuoni und Tui Suisse Mallorca. Bei Tui reist momentan jeder vierte Kunde auf die Insel. Daneben reisen Schweizer laut Hotelplan vor allem nach Kreta, Zypern und Gran Canaria. Bei der Online-Reiseplattform Kayak verzeichnen dieses Jahr die Destinationen Bali, Ibiza, Mallorca, Porto und Barcelona die höchsten Zuwächse gegenüber dem Vorjahr, während Destinationen in den USA, Berlin und Wien am stärksten im Minus liegen.

Von der schwierigen Sicherheitslage in vielen Ländern und dem Trend, Ferien vermehrt in der Nähe zu verbringen, profitiert aber auch der Schweizer Tourismus: Sowohl Arosa, Engadin St. Moritz wie auch Zermatt sprechen von einem sehr guten Buchungsstand, schreibt die Zeitung. Gerade bei jungen Leuten gewinne der «Zurück zur Natur»-Trend weiter an Bedeutung, sagt Janine Imesch von Zermatt Tourismus. So würden Biken und Wandern immer beliebter. Für den Erfolg des Schweizer Tourismus sei die Wettersituation in den nächsten Wochen entscheidend.

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