Aktualisiert 15.10.2019 13:13

ProtestSchweizer Klimaaktivist will nichts mehr essen

Dominik Waser (21) kündigt an, mindestens eine Woche lang keine Nahrung mehr zu sich zu nehmen. Er will damit Druck auf den Bundesrat machen.

von
daw
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Klimaaktivist Dominik Waser (21) sagt, es brauche «radikalere Aktionen».

Klimaaktivist Dominik Waser (21) sagt, es brauche «radikalere Aktionen».

Dominik Waser will mit Grassrooted Lebensmittel retten, die Bauern nicht verkaufen können.

Dominik Waser will mit Grassrooted Lebensmittel retten, die Bauern nicht verkaufen können.

Grassrooted
Wie Waser im November 2018 zu 20 Minuten sagte, hat der Bauer keinen Abnehmer gefunden, weil die Rüebli nicht in die üblichen Kartonverpackungen passten. Es gebe offenbar ein Überangebot, akzentuiert durch den schönen Sommer.

Wie Waser im November 2018 zu 20 Minuten sagte, hat der Bauer keinen Abnehmer gefunden, weil die Rüebli nicht in die üblichen Kartonverpackungen passten. Es gebe offenbar ein Überangebot, akzentuiert durch den schönen Sommer.

Der Landschaftsgärtner ist in der Klimastreik-Bewegung bekannt: Er rettet mit dem Verein Grassrooted Rüebli oder Tomaten vor der Biogasanlage. Und mit dem «Strike for Future» will er am 15. Mai 2020 für das Klima die Schweiz lahmlegen.

Das Demonstrieren reicht ihm jetzt aber nicht mehr: «Wir gehen nun seit zehn Monaten auf die Strasse. Alle Parteien sagen, wie wichtig das Thema doch sei. Doch bisher ist so gut wie nichts passiert.» Er ist darum seit Montag in einen «Hungerstreik» getreten. «Eine Woche lang werde ich aus Protest nichts essen, wenn nötig auch länger.» Gesundheitliche Risiken wolle er aber keine eingehen.

«Ich ermuntere niemanden, in den Hungerstreik zu treten»

Sein Protest richtet sich direkt gegen die Schweizer Regierung, der er Untätigkeit vorwirft. «Der Bundesrat muss dafür sorgen, dass die Schweiz bis spätestens 2030 unter dem Strich keine Treibhausgase mehr ausstösst.» Er verlangt, dass der Bundesrat eine Erklärung dazu abgibt, wie er die Klimaziele erreichen will. Zudem soll die Regierung zusammen mit der Klimastreik-Bewegung einen Aktionsplan ausarbeiten.

Waser warnt, dass die Zerstörung der Umwelt und des Klimas auch in den westlichen Ländern zum sozialen Kollaps führen werde: «Die Wirtschaft wird früher oder später zusammenbrechen, die Lebensmittelknappheit wird sich drastisch verschlimmern, die Gesundheitsversorgung kann nicht mehr gewährleistet werden.» All das werde im Krieg enden.

Klimabewegung rät jungen Menschen von Hungerstreik ab

Angesprochen auf die Frage, ob er die Verantwortung bewusst sei, wenn junge Schüler ihm nacheifern würden, sagt Waser: «Ich ermuntere niemanden, in den Hungerstreik zu treten. Doch die Geschichte hat gezeigt, dass es immer radikale und umstrittene Aktionen braucht, um Wandel zu bewirken.»

Bei seinen Kollegen von der Bewegung Klimastreik heisst es: «Dominik ist ein guter Freund und unglaublich engagiert. Mit dem Hungerstreik hat er sich für eine radikale Form des Protests entschieden. Dies ist klar seine eigene, persönliche Entscheidung. Jungen Menschen im Wachstum raten wir auf jeden Fall von einem Hungerstreik ab, da dies schwere Schäden an jungen Körpern hinterlassen kann.»

Den Hungerstreik sehen man als Hilferuf, da es keinen wirklichen Wandel gebe – trotz der allgegenwärtigen Klima-Debatte. Die Bewegung bittet Waser, die eigene Gesundheit nicht weiter zu gefährden.

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