KMU-Standort Schweiz: Schweizer KMU wollen keine Hilfe vom Staat
Aktualisiert

KMU-Standort SchweizSchweizer KMU wollen keine Hilfe vom Staat

Wegen des starken Frankens will der Bund 2 Milliarden für die Wirtschaft bereitstellen. Doch 97 Prozent der KMU glauben nicht, dass ihnen die Finanzspritze helfen wird.

6 von 10 der befragten KMU gehen von erheblichen oder geringfügigen Einbussen aufgrund der Frankenstärke aus.

6 von 10 der befragten KMU gehen von erheblichen oder geringfügigen Einbussen aufgrund der Frankenstärke aus.

Verminderte Zuversicht, dafür verstärkter Durchhaltewille sind bei kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) in der Schweiz angesichts des anhaltend starken Frankens auszumachen. Von den in Aussicht gestellten 2 Milliarden Franken des Bundes erhoffen sie sich nicht viel.

Wie bereits im Juli hat das Beratungsunternehmen Ernst & Young im August erneut 300 Schweizer KMU zur aktuellen Gesundheit ihres Betriebs und der Schweizer Wirtschaft allgemein befragt. Aus den am Dienstag veröffentlichten Resultaten geht hervor, dass knapp 9 von 10 Unternehmen ihre derzeitige Geschäftslage trotz Frankenstärke weiterhin als gut oder eher gut bezeichnen.

Gar 94 Prozent beurteilen den Zustand ihres Betriebs als sehr oder eher stabil. Die Blitzumfrage zeigt aber, dass der nahen Zukunft eher pessimistisch entgegengeblickt wird. Nur 18 Prozent der KMU erwarten eine Verbesserung ihrer Geschäftslage, während 23 Prozent eine Verschlechterung befürchten. Vor Monatsfrist waren noch 34 Prozent guten und nur 7 Prozents schlechten Mutes gewesen.

Keine Linderung für KMU durch den Staat

Was die Mitte August vom Bundesrat in Aussicht gestellten 2 Milliarden Franken Unterstützung für Schweizer Unternehmen betrifft, wird vor allem die Ankündigung zusätzlicher Mittel für Technologie und Innovation begrüsst. Allerdings glauben 97 Prozent der Unternehmen nicht, dass die Massnahmen tatsächlich eine spürbare Linderung für Schweizer KMU mit sich bringen werden.

Dass aber doch nur 34 Prozent der Betriebe mehr Taten vom Bundesrat fordern, könnte darauf schliessen lassen, dass die KMU gar keine Unterstützung vom Staat erwarten. So finden denn auch 89 Prozent von ihnen Staatshilfen für in Bedrängnis geratene Unternehmen generell überhaupt nicht oder nur in Ausnahmefällen sinnvoll.

Wirtschaftshimmel verdunkelt sich

Bezüglich der allgemeinen Schweizer Wirtschaftslage sehen die Unternehmen den Himmel getrübt. 64 Prozent rechnen nämlich mit einer Verdunkelung der Situation. Auf die Beschäftigtenzahl dürfte sich dies aber nur geringfügig auswirken, geben doch nur 15 Prozent der Firmen an, in den nächsten sechs Monaten weniger Angestellte beschäftigen zu wollen.

Doch immerhin 6 von 10 der befragten KMU gehen von erheblichen oder geringfügigen Einbussen aufgrund der Frankenstärke aus, nur 13 Prozent sehen jedoch eine akute Gefährdung ihres Betriebs. Bemerkbar machten sich insbesondere die niedrige Gewinnmarge sowie der erhöhte Preisdruck durch die ausländische Konkurrenz, denen 92 Prozent der Firmen mit Kostensenkungsprogrammen begegnen wollen.

Und getreu dem Motto «was dich nicht umbringt, macht dich stärker» sind immerhin 41 Prozent der Schweizer KMU der Meinung, die Schweiz werde gar gestärkt aus der Frankenkrise hervorgehen.

(sda)

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