Schweizer knausrig mit Alternativmedizin
Aktualisiert

Schweizer knausrig mit Alternativmedizin

Eine Mehrheit der Schweizer Bevölkerung will die Alternativmedizin zwar unterstützen, aber nicht in die Grundversicherung aufnehmen.

Dies geht aus dem Gesundheitsmonitor 2007 hervor, der in Bern präsentiert wurde. Deutlich wurde auch die Forderung nach mehr Markt im Gesundheitswesen.

Gemäss der Umfrage durch das Forschungsinstitut gfs.bern bei über 1.200 Personen halten mehr als 80 Prozent die Komplementärmedizin für gut und wichtig. 64 Prozent der befragten Stimmberechtigten aus allen Landesteilen sehen sie aber als Bestandteil der Zusatzversicherung. In den vergangenen sechs Jahren lässt sich damit ein Einstellungswandel erkennen. Der Anteil derer, welche die Komplementärmedizin in der Grundversicherung verankern wollen, hat sich laut dem Institut halbiert. Mit ein Grund dafür sei die Angst vor weiter steigenden Krankenkassenprämien.

Unvermindert hoch auf der Prioritätenliste standen bei den Befragten die Grundwerte des Schweizer Gesundheitswesens - Qualität und Wahlfreiheit. Das Krankenversicherungsgesetz (KVG) wurde von 56 Prozent positiv oder zumindest eher positiv beurteilt. Nach wie vor erwartet eine grosse Mehrheit aber weitere Kostensteigerungen im Gesundheitswesen, auch wenn im Vergleich zum Vorjahr etwas mehr Personen glauben, die Krankenkassenprämien könnten stabilisiert werden. Für die Kostendämpfung sollen neben dem Bund vermehrt auch die Krankenkassen in die Pflicht genommen werden.

Während sich der Wunsch nach mehr Markt verstärkt habe, stiessen Kürzungen beim Leistungskatalog in der Grundversorgung auf breite Ablehnung, hiess es weiter. Auch Einschnitte bei der Wahlfreiheit wolle eine Mehrheit der Befragten nicht hinnehmen, selbst wenn dadurch Kosteneinsparungen möglich wären. Dies gelte etwa für die freie Spital- oder Arztwahl und noch deutlicher für einen eingeschränkten Zugang zu neuen Therapien und Medikamenten.

Der von Interpharma, dem Verband der Pharmafirmen, in Auftrag gegebene Gesundheitsmonitor wird seit 1997 erstellt. Für die aktuelle Ausgabe wurden von Ende April bis Anfang Mai bei 1.228 Stimmberechtigten persönliche, rund 50-minütige Interviews in Deutsch, Französisch und Italienisch durchgeführt. Für die Trendanalysen stehen aus den letzten zehn Jahren kumulierte Daten von über 12.000 Interviews zur Verfügung. (dapd)

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