Kaupthing-Bank: Schweizer Konten nicht ganz verloren
Aktualisiert

Kaupthing-BankSchweizer Konten nicht ganz verloren

Etwa 90 Prozent der rund 1700 Schweizer Kunden der verstaatlichten isländischen Kaupthing-Bank bekommen ihr Geld in den nächsten Wochen grösstenteils zurückbezahlt. Unklar ist noch, was bei Einlagen über 30 000 Franken geschieht.

Bei Konten mit einem Saldo von bis 5000 Franken werden die Einlagen in den nächsten Tagen vollständig zurückbezahlt, teilte die Schweizer Zweigstelle der Kaupthing-Bank am Freitag mit. Gesicherte Einlagen von bis zu 30 000 Franken würden in den folgenden Wochen ausbezahlt.

Für die Rückzahlung von Saldi über 30 000 Franken müssten die Kunden die Auflösung der Liquiditätskrise in Luxemburg und Island abwarten, hiess es weiter. Dies betrifft nach Angaben der Bank aber höchstens 10 Prozent ihrer Kunden.

EBK ernennt Untersuchungsbeauftrage

Die Bankenkommission hatte am Vortag zwei Untersuchungsbeaufragte ernannt, welche die Aktiva der Kaupthing-Bank in der Schweiz sichern und die Situation weiter beobachten sollen. Gleichzeitig hat die EBK Schutzmassnahmen ergriffen und alle Zahlungen der Bank sistiert.

Notwendig wurde der Schritt, weil die Behörden in Luxemburg eine Zahlungseinstellung der Kaupthing Bank Luxembourg SA erwirkt hatten. Zu dieser Tochtergesellschaft der isländischen Bank gehört auch die Zweigstelle in Genf.

Die isländischen Behörden hatten am Donnerstag nach den angeschlagenen Banken Glitnir und Landsbanki auch das grösste Geldhaus des Landes Kaupthing unter staatliche Kontrolle gestellt. Die Regierung versucht damit Island vor einem drohenden Staatsbankrott zu retten. (sda)

Deine Meinung