Aktualisiert 30.03.2013 11:40

US-Nationalfriedhof

Schweizer Kriegsveteran in Arlington begraben

René Joyeuse spionierte während des Zweiten Weltkriegs in Frankreich für die USA – und mauserte sich zum Top-Agenten. Nach seinem Tod mit 92 Jahren wird ihm eine hohe Ehre zuteil.

Ein Schweizer hat heute einen der höchsten militärischen Ehren der USA erhalten. René Joyeuse wurde wegen seiner Leistung als US-Agent im Zweiten Weltkrieg auf dem amerikanischen Nationalfriedhof Arlington bei Washington begraben.

Eine Ehrengarde von sechs Soldaten feuerte Salutschüsse, bevor die Urne mit der Asche des Verstorbenen beigesetzt wurde. Die Würdigung auf dem Nationalfriedhof war nur möglich, weil der Leiter des US-Armeedepartements sie bewilligte. Ausländische Staatsbürger und Angehöriger fremder Armeen werden dort nur in Ausnahmefällen bestattet.

René Joyeuse, der bereits vor rund einem Jahr im Alter von 92 Jahren in den USA starb, gehörte zu den besten Agenten des US-Nachrichtendienstes im Zweiten Weltkrieg.

Schusswechsel mit SS-Soldaten

Der Geheimdienst schickte ihn 1944 auf seine gefährliche Mission: Er sprang mit dem Fallschirm über Frankreich ab und sammelte unerkannt Informationen über die deutsche Armee.

Er verhalf auch amerikanischen Piloten, die in Frankreich notlanden mussten, zur Flucht nach England. Seine Spionagetätigkeit bezahlte er fast mit dem Leben, als deutsche Soldaten eines Tages das Haus umstellten, in dem er sich versteckte. Es kam zu einem Schusswechsel und Joyeuse konnte verletzt flüchten.

Karriere als Arzt in den USA

Joyeuse kam 1920 in Zürich zur Welt, er verbrachte aber den grössten Teil der Kindheit in Frankreich. Als Deutschland im Zweiten Weltkrieg Frankreich besetzte, schloss sich Joyeuse in den USA der französischen Widerstandsbewegung an. Der US-Nachrichtendienst wurde bald auf ihn aufmerksam und warb ihn für die Mission in Frankreich an.

Nach seinem erfolgreichen Einsatz für die Amerikaner kämpfte Joyeuse für die französische Armee in Deutschland. Als der Krieg zu Ende war, studierte er Medizin und hatte eine erfolgreiche Karriere als Arzt in den USA. (sda)

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