Anker, Hodler, Amiet: Schweizer Kunst unter dem Hammer

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Anker, Hodler, AmietSchweizer Kunst unter dem Hammer

Mit viel Glück ersteht man teure Gemälde auf dem Flohmarkt, so der Kunstexperte von Sotheby's. Nun werden wieder Werke renommierter Schweizer Künstler versteigert.

von
ann

Am Dienstagabend kommen im Auktionshaus Sotheby's zahlreiche Werke von Schweizer Künstlern wie Hodler, Anker, Amiet, Giacometti oder Tinguely unter den Hammer. Das herausragendste dürfte der «Cour de ferme» von Félix Vallotton sein, das zu einer ganzen Reihe von Werken des Künstlers gehört.

«Cour de ferme» hat mit rund einer halben Million nicht nur den höchsten Schätzwert aller Werke der Auktion. Das Gemälde stammt auch von einer bekannten Persönlichkeit. «Es gehörte der 2014 verstorbenen Schweizer Schauspielerin Annemarie Düringer», sagt Urs Lanter, Spezialist für Schweizer Kunst bei Sotheby's.

Unbekannten Giacometti auf Flohmarkt erstanden

Dass er bekannt geben darf, wem das zu versteigernde Werk gehörte, ist nur selten der Fall. «Die Verkäufer wollen in der Regel anonym bleiben.» Dass Werke in Auktionen feilgeboten werden, hat die unterschiedlichsten Gründe. Erbschaft sei einer. «Besitzer entscheiden sich aber auch für eine Auktion, wenn sie wissen, dass sich Werke gut verkaufen.»

Eher selten sei es, dass man auf dem Estrich der Grossmutter ganz unerwartet ein bedeutendes Werk finde. Doch Lanter hat schon einmal ein unsigniertes Bild zur Begutachtung bekommen, das ein Mann in Deutschland für wenig Geld auf einem Flohmarkt gekauft hatte. Der Käufer hatte kunstgeschichtliches Know-how und vermutete, dass es einen gewissen Wert haben könnte.

2,65 Millionen für Gemälde der Tante

«Es sah tatsächlich aus wie ein Giacometti», sagt Lanter. Darum liess er das Werk von Giacometti-Experten des Schweizerischen Instituts für Kunstwissenschaften prüfen. Diese bestätigten die Vermutung und erstellten ein Echtheitszertifikat. Das Bild wurde darauf bei Sotheby's für 43'660 Franken verkauft.

Speziell ist auch die Geschichte einer Frau aus London. Sie hatte das Haus ihrer Tante geerbt, erzählt Lanter. Darin hing ein Bild von Albert Anker. In England sei der Künstler nicht so

bekannt und darum habe auch die von der Frau angefragte Galerie kaum Ahnung gehabt, welchen Wert das Bild haben könnte. Die Überraschung sei gross gewesen, als Sotheby's das Werk auf 800'000 bis 1,2 Millionen Franken schätzte. «Schliesslich wurde es gar für 2,65 Millionen Franken versteigert.»

Am Dienstagabend, 1. Dezember ab 18 Uhr versteigert Sotheby's an der Talstrasse 83 in Zürich rund 100 Werke von Schweizer Künstlern.

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