Aktualisiert 09.02.2007 09:00

Schweizer Laser reist zum Mars

Bei der nächsten Mars-Mission der NASA wird ein Stück Schweizer Präzisionstechnologie mitfliegen. Der Laser wird die Moleküle der Marsoberfläche kräftig aufwirbeln.

Er wurde vom Neuenburger Unternehmen Alpes Lasers an der Universität Neuenburg entwickelt und soll bei der Untersuchung der Marsatmosphäre mitwirken.

Alpes Lasers hat einen entsprechenden Vertrag mit der amerikanischen Weltraumbehörde NASA abgeschlossen, wie der Schweizerische Nationalfonds (SNF) am Freitag mitteilte. Der SNF unterstützte die Entwicklung des «Quantenkaskadenlasers».

Dieser wird bei der siebten NASA-Mission zum roten Planeten eingesetzt, die 2009 startet. Dabei soll in Boden und Atmosphäre des Mars nach jenen Voraussetzungen gesucht werden, die auf der Erde die Entwicklung von Leben ermöglichen.

Dazu wird ein Labor auf Rädern, vollgepackt mit Messgeräten und Sensoren, in Richtung Mars geschickt. Es wird im Verlauf eines Marsjahres (mehr als zwei Erdjahre) drei Viertel der Oberfläche des Planeten abfahren. In dem Labor wird die chemische Zusammensetzung verschiedener Gase, insbesondere Methan, untersucht.

Woher kommt das Methan?

Der Laser wurde von einem Team um Jérôme Faist, Professor am Institut für Physik der Universität Neuenburg, entwickelt. Er ist aus mehreren dünnen Halbleiterschichten aufgebaut, deren Dicke die Wellenlänge des erzeugten Lichts bestimmt.

Er kommt im Spektrometer des rollenden Labors zum Einsatz. Das System nimmt Messungen in den Molekülen der Marsatmosphäre vor.

Der Laser stösst die Moleküle der Atmosphäre an und lässt sie in unterschiedlichen Frequenzen schwingen. Entsprechend ihrer chemischen und elektrischen Natur reagieren die Teilchen unterschiedlich, wodurch ihre Eigenschaften präzise festgestellt werden können.

Mit Hilfe des Lasers wollen die Wissenschafter eine Hypothese der NASA überprüfen, wonach das Methan auf dem Mars wie auf der Erde durch die biologische Aktivität von Bakterien erneuert wird, wie Antoine Müller, Direktor von Alpes Lasers, darlegte.

Hohe Präzision, schnelle Arbeitsweise und geringer Stromverbrauch seinen die Trümpfe des Geräts. Auf der Erde könnte es etwa eingesetzt werden, um die Wirksamkeit von Auto-Katalysatoren anhand der ausgestossenen Abgase zu prüfen. Ausserdem ist es denkbar, dass Krankheiten bereits am Atem des Patienten erkannt werden können. (sda)

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