Artenschutz: Schweizer Lastwagen mit Tierpräparaten gestoppt
Aktualisiert

ArtenschutzSchweizer Lastwagen mit Tierpräparaten gestoppt

Deutsche Zöllner haben gestern am Zollübergang Konstanz/Kreuzlingen in einem Lastwagen einen Wolf, einen Steinbock, einen Braunbär und andere Tiere entdeckt.

Allerdings handelte es sich bei der Ladung um ausgestopfte Tiere. Wie das deutsche Hauptzollamt Singen heute mitteilt, fanden die deutschen Zöllner im Lastwagen des 41-jährigen Schweizer Chauffeurs eine ganze Wagenladung präparierter und zum Teil dem Artenschutzabkommen unterstehende Tiere. Der Fahrer wollte sie zu einer Messe bringen.

Tierpräparate unterstehen den Bestimmungen des Washingtoner Artenschutz Übereinkommens und dürfen nur unter bestimmten Voraussetzungen eingeführt werden.

Keine Begleitpapiere

Für einen Teil der Präparate war zwar eine Zollanmeldung abgegeben worden, über die notwendigen Begleitpapiere (Cites- Bescheinigung) verfügte der Lastwagenfahrer aber nicht. Ausserdem hatte er noch zehn Tiere und Tierfelle dabei, die gar nicht angemeldet waren, aber auch dem Artenschutz unterstehen.

Die präparierten Tiere und Felle wurden beschlagnahmt. Gegen den Transporteur wurde ein Strafverfahren wegen Steuerhinterziehung und Verstoss gegen das deutsche Bundesnaturschutzgesetz eingeleitet. Ausserdem musste er ein Depot in Höhe von 400 Euro hinterlegen, bevor er - ohne die Tiere - weiterfahren durfte.

Kampf dem illegalen Tier- und Pflanzenhandel

Das Washingtoner-Artenschutzübereinkommen (WA) bekämpft den illegalen Handel mit exotischen Tier- und Pflanzenarten. Dieser Handel ist ein einträgliches Geschäft, sorgt aber dafür, dass viele Tier- und Pflanzenarten in ihrer Existenz bedroht sind.

Rund 150 Staaten sind dem WA mittlerweile beigetreten. Mehr als 8000 Tierarten und etwa 40 000 Pflanzenarten stehen heute unter seinem Schutz. (sda)

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